Mehrsprachigkeit ist ein Potential!

Integrationshaus unterstützt Sprachstreik

Wien (OTS) - Die "1. März-MigrantInnenstreikbewegung" ruft für den 1. März zum ersten österreichweiten Sprachstreik auf. Unterstützt wird die Aktion auch vom Wiener Integrationshaus. "Uns geht es um das Recht auf Erstsprache, eine umfassende Sprachförderung und das Bildungsziel Mehrsprachigkeit'", so die Geschäftsführerin des Integrationshauses, Andrea Eraslan-Weninger.

Mehrsprachigkeit sollte als Qualifikation anerkannt sein und auch entsprechend entlohnt werden. Die Notwendigkeit des Erlernens der deutschen Sprache wird natürlich auch vom Integrationshaus, wo zahlreiche Spracherwerbsmaßnahmen angeboten werden, nicht in Frage gestellt. Die derzeitige Deutschzwangspolitik schafft aber nur Unsicherheit und Angst und zeichnet sich durch eine gewisse Konzeptlosigkeit aus, die sich seit der ersten "Integrationsvereinbarung" zeigt. "Es geht wohl in erster Linie nicht um Integration und Deutschlernen, sondern eher darum, Deutschkenntnisse als Vorwand zu nutzen, Zuwanderer aus bestimmten Ländern auszugrenzen", so das "Netzwerk SprachenRechte", dem auch das Integrationshaus angehört.

Das Integrationshaus bekennt sich seit seiner Gründung zum Grundsatz der Förderung von Mehrsprachigkeit auf allen Ebenen. "Sprache, vor allem die Mehrsprachigkeit, wird in der Politik aber nach wie vor nicht als Potential anerkannt, sondern als Hindernis eingesetzt", so Willi Resetarits, Mitbegründer des Integrationshauses.

Der Verein Projekt Integrationshaus engagiert sich seit seiner Entstehung im Jahr 1994 für die Förderung der frühen Mehrsprachigkeit, zu der der aktive Einbezug der MigrantInnensprachen gehört. Daher gibt es im Integrationshaus seit seiner Gründung einen mehrsprachigen Kindergarten, der in Kooperation mit den "Wiener Kinderfreunden" geführt wird. Die Aktivitäten des Vereins zur Förderung und Begleitung eines verbreiteten Einsatzes von MigrantInnensprachen in Kindergärten bzw. im Primarschulbereich in Kooperation mit akademischen Institutionen wurden 2003 mit dem Europasiegel prämiert.

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Nikolaus Heinelt
Öffentlichkeitsarbeit
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