Fortpflanzungsmedizin: Papst warnt vor wissenschaftlicher Hybris

Benedikt XVI. vor Päpstlicher Akademie für das Leben: Verständnis für Kinderwunsch und Kampf gegen Unfruchtbarkeit aber Warnung an Wissenschaftler, sich nicht als "Schöpfer" zu verstehen

Vatikanstadt, 25.02.12 (KAP) Mit einem Plädoyer gegen einen wissenschaftlichen Machbarkeitswahn hat sich Papst Benedikt XVI. am Samstag im Vatikan an die Teilnehmer der Generalversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben gewendet. Im Kampf gegen die Unfruchtbarkeit sei gerade die Fortpflanzungsmedizin heute durch "Verwissenschaftlichung und eine Logik des Profits" bedroht. Auch die "Hybris der Vernunft" führe vielerorts dazu, dass sich Mediziner zu "Schöpfern" aufspielen. Zwar seien die Probleme von Unfruchtbarkeit und unerfülltem Kinderwunsch ernst zu nehmen und Unfruchtbarkeit intensiver zu bekämpfen, unter ihrem Eindruck dürfte die Fortpflanzung jedoch nicht zu einem bloßen "Produkt" werden, mahnte der Papst.

Grundlage auch der Fortpflanzungsmedizin müsse die Menschenwürde bleiben sowie das umfassende Wahrheitsstreben der Wissenschaftler, unterstrich der Papst: "Mein Wunsch ist es, die intellektuelle Ehrlichkeit eurer Arbeit zu ermutigen, als Ausdruck einer Wissenschaft, die die Wahrheitssuche in sich wach hält, die im Dienst des authentischen Menschenwohles steht und die der Gefahr widersteht, bloß funktionale Praktik zu sein." Methoden der künstlichen Befruchtung entsprächen nicht den ethischen Anforderungen an die Menschenwürde, außerdem bleibe die Ehe "der einzig würdige Ort" für das Geschenk der Nachkommenschaft, unterstrich der Papst.

Das Thema der 18. Vollversammlung der Päpstlichen Akademie für das Leben lautete "Diagnose und Therapie der Unfruchtbarkeit". 16 internationale Fachleute referierten bei der Tagung. Laut Angaben der Akademie sind rund 15 Prozent der Bevölkerung in den westlichen Industrienationen von Unfruchtbarkeit betroffen; in einigen Entwicklungsländern betrage die Rate bis zu 30 Prozent. Gegenüber der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" hat Akademie-Präsident Bischof Ignacio Carrasco de Paula den Willen der päpstlichen Einrichtung bekräftigt, den Kampf gegen Unfruchtbarkeit zu forcieren und Paaren ihren "Wunsch nach verantwortungsvoller Elternschaft" zu erfüllen.

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