Sparpaket begräbt staatlich geförderte Zukunftsvorsorge

AKNÖ fordert nach Kürzungen Ende der Bindefristen für AnlegerInnen

Wien (OTS/AKNÖ) - Die staatlich geförderte Privatpension vulgo Zukunftsvorsorge wird nach den geplanten Einschnitten bei den Förderungen sanft entschlafen. Davon gehen ExpertInnen der AKNÖ aus. Leider werde aber auf die Menschen, die in die Zukunftsvorsorge eingezahlt haben, wenig Rücksicht genommen. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder fordert, dass sie die Möglichkeit erhalten sollen, auszusteigen.

Wer über eine Bank oder Versicherung in die so genannte Zukunftsvorsorge investierte, konnte bis jetzt damit rechnen, dass die Republik Österreich bis zu 8,5 Prozent Förderung gewährte. Für alle Beiträge, die ab heuer eingezahlt werden, wird das nur mehr halb so viel sein. Das hat die Bundesregierung in ihrem Sparpaket beschlossen. "Das wird es vor allem bei der jüngsten Leistung bei den Zukunftsvorsorgeprodukten deutlich unattraktiver machen, dort zu investieren", sagt AKNÖ-Finanzexperte Manfred Neubauer.

An sich kein großes Problem aus Sicht des Experten: "Als private Pensionsvorsorge war das ohnehin nie eine geeignete Maßnahme. Die hohe Aktienquote hat das in Wahrheit zu einer riskanten Anlage gemacht. Daran hat auch das Herumdoktern der vergangenen Jahre nichts geändert. Die Verluste nach der Finanzkrise waren groß." Statt Aktienmindestquoten hätte es Aktienhöchstquoten geben müssen. "Allerdings sollte die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge immer auch Kapital auf die Finanzmärkte spülen. Das verträgt sich zwar nicht ganz mit der sicheren Pension, aber zumindest der Teil hat sehr gut funktioniert." Seitdem das Produkt eingeführt wurde, haben 1,5 Millionen Menschen investiert. "Für diese Menschen schaut es jetzt schlecht aus", sagt Neubauer. "Geringere staatliche Förderung, schlechte Resultate und geringe Sicherheit - das ist keine gute Kombination."

Kapitalgarantie wenig wert

Zwar gebe es die Kapitalgarantie, die sei aber wenig wert: "Wenn jemand heute 10.000 Euro einzahlt und nach 25 Jahren 10.000 Euro rausbekommt, entspricht das bei einer durchschnittlichen Jahresinflation einem Kaufwert von heute 6.000 Euro." Zu allem Überfluss könnten die meisten KundInnen nicht aussteigen: "Es gibt eine steuerliche Bindefrist von zehn Jahren", erklärt Neubauer.

"Diese Bindefrist muss weg", fordert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder. "Bei Lebensversicherungen gibt es eine jährliche Kündbarkeit, warum soll das nicht auch hier gelten? Wenn die Republik die Förderung kürzt ist es ein staatlicher Eingriff in einen bestehenden Vertrag. Die Menschen müssen die Möglichkeit haben, darauf reagieren zu können!"

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ-Konsumentenberatung, Manfred Neubauer
01/58883 - 1335
Aktuelle Informationen finden Sie auch auf noe.arbeiterkammer.at/presse

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001