Wurm: Khols Aussagen sind abgehoben und weltfremd

Bereits 1992 wurde die Gleichsetzung des Pensionsalters mit 2024 beschlossen

Wien (OTS/SK) - Als "abgehoben und weltfremd" bezeichnet SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm die heutigen Aussagen von ÖVP-Seniorenbundobmann Andreas Khol, der "ungerechtfertigte Frauen-Privilegien" abschaffen und das Frauenpensionsalter rascher erhöhen will. "Wo sind denn diese Privilegien, Herr Khol? Frauen in Österreich haben eine Durchschnittspension von 800 Euro. Für den 'guten Tropfen' haben sie weder Zeit noch Geld. Die Frauen betreuen nämlich meist ihre Enkelkinder, weil es noch zu wenige Betreuungsplätze für die Kleinsten gibt, sie pflegen Eltern oder Schwiegereltern und machen den Hauptteil der Hausarbeit", klärt Wurm den VP-Seniorenchef auf. ****

Außerdem erinnert Wurm den schwarzen Seniorenchef daran, dass bereits 1992 der Beschluss gefasst wurde, das Pensionsalter ab 2024 gleichzusetzen. "Diese Prognose von damals war ohnehin schon zu optimistisch wie wir heute erkennen müssen, obwohl viele Verbesserungen erreicht wurden", so die SPÖ-Frauensprecherin heute, Freitag, gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Da es aber nach wie vor massive Benachteiligungen gibt, sollte sich aber auch ein Silberrücken wie Khol mit zynischen Aussagen zurückhalten. In diesem Zusammenhang verweist Wurm auf die Tatsache, dass ganze 12 bis 15 Prozent der Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen sich rein aus dem Umstand ergeben, dass eine Frau eine Frau ist. Alle Studien zu diesem Thema und auch der Einkommensbericht des Rechnungshofes und die Daten der EU-Kommission kommen zu diesem Ergebnis.

Das niedrigere Frauenpensionsalter ist als Maßnahme gedacht, um Ungerechtigkeiten im Erwerbsleben zwischen Frauen und Männern zumindest bei der Pension teilweise auszugleichen. Das angebliche Privileg kann dann aufgehoben werden und das Antrittsalter der Frauen an das der Männer herangeführt werden, wenn eine Gleichstellung tatsächlich erreicht wurde. "Derzeit haben wir 24,3 Prozent Einkommensunterschied bei ganzjähriger Vollbeschäftigung", so Wurm. So lange Frauen am Arbeitsmarkt nicht gleich viel verdienen und nicht die gleichen Karrierechancen haben, werden wir auch nicht über Verschlechterungen in der Pension reden. Wurm zeigt sich erfreut, dass sich die SPÖ hier durchgesetzt hat und im Sparpaket eine vorzeitige Anhebung erfolgreich verhindern konnte.

Auch gehen rund 30 Prozent der Frauen von der Arbeitslosigkeit in Pension, weil sich Unternehmen oft älterer Arbeitnehmerinnen entledigen. "In Österreich sind zurzeit rund 20.000 Frauen, die älter als 50 Jahre sind, arbeitslos. Das heißt, jetzt ist es notwendig, die Arbeitswelt und Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Frauen überhaupt länger arbeiten können. Wenn das schon früher - zu Zeiten Khols -passiert wäre, dann ginge es den Frauen heute schon besser", so Wurm. (Schluss) mb/rm

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