ÖH zu Töchterle: Ignoranz gegenüber der Lebensrealität von Studierenden untragbar!

ÖH fordert Beihilfenreform statt Indikatoren gegen Studierende

Wien (OTS) - Im heutigen Mittagsjournal gab Töchterle Details zu seinen neuen Plänen bekannt. "Diese sind für uns alarmierend. Demnach soll die Mittelvergabe der Mogel-Hochschulmillarde an diverse Indikatoren geknüpft sein, von denen einige direkt gegen die Studierenden gerichtet sind. "Die präsentierten Vorschläge entbehren jeglichem Gespür, für die Lebensrealität der Studierenden. Töchterle stigmatisiert Studierende die weniger Prüfungen ablegen und fragt sich nicht, aus welchen Gründen diese Menschen nicht dem verschulten System folgen können. Er sei hiermit an das Nicht-Bestehen der StEOP, Berufstätigkeit oder Betreuungspflichten der Studierenden erinnert -60 Prozent der Studierenden arbeiten mehr als 20 Stunden pro Woche -neben einem full-time Studium", ärgert sich Janine Wulz vom ÖH Vorsitzteam.

"Die Medizin Uni als Vorzeigebeispiel anzuführen grenzt ebenfalls an eine Verhöhnung von Menschen aus sozial und finanziell benachteiligten Familien. An der Med Uni herrscht österreichweit die sozial schlechteste Durchmischung, da kostenlos arbeiten und hoher Studienaufwand erwartet werden. Nebenbei einer zusätzlichen Erwerbstätigkeit nachzugehen ist fast unmöglich - somit wird ein Medizinstudium immer mehr zu einem Privileg von Studierenden mit reichen Eltern", erklärt Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär. "Die rigiden und undurchsichtigen Zugangsbeschränkungen an den Med-Unis verschärfen diese Situation, und halten junge Menschen von einem Studium ab, anstatt sie zu unterstützen."

"Töchterles Politik - von den Familienbeihilfen- und Sozialkürzungen von Loipersdorf bis zur Knock-out Phase STEOP - verunmöglicht studieren mehr und mehr. Mit dem neuen Kontrollwahn des BMWF wird sich diese Situation sicher nicht verbessern. Töchterle sollte seine Ernergie lieber in die Entwicklung einer aktiven, lebendigen Hochschule investieren. Dazu muss Studieren ohne finanzielle Probleme möglich sein. Hierfür braucht es die seit 1992 ausständige Reform des Beihilfensystems, sowie ausfinanzierte Hochschulen, die langfristig und flexibel planen können. Minister Töchterle - wann setzen Sie sich endlich einmal für und nicht gegen die Studierenden ein", fragt sich Martin Schott abschließend.

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