MAK initiiert Rahmenprogramm zur Ausstellung "MAGIE DER VIELFALT. Das MAK als angewandter Raum der Zukunft"

Wien (OTS) - Anlässlich der Arbeitsausstellung "Magie der
Vielfalt. Das MAK als angewandter Raum der Zukunft" initiiert das MAK ein Rahmenprogramm mit Expertengesprächen über Bedingungen und Perspektiven der MAK-Sammlung angewandter Kunst. Das MAK vertieft damit die intensive Auseinandersetzung mit seinem Auftrag als Museum und seiner Bedeutung als diskursive Schnittstelle für zeitgenössisches kulturelles Schaffen, die die derzeitige Ausstellung "Magie der Vielfalt. Das MAK als angewandter Raum der Zukunft" in innovativer Weise ermöglicht. Wesentliche Bereiche der MAK-Sammlung werden in einer von Krüger & Pardeller konzipierten raumgreifenden künstlerischen Intervention in aktuelle Sinnzusammenhänge gestellt, wobei insbesondere bislang selten gezeigte Exponate Impulse für eine prozessorientierte Neuinterpretation der Sammlung geben sollen. Als Fortsetzung des Projekts "MAP - Memory and Progress. Das MAK erforscht seine Zukunft" vertieft die Arbeitsausstellung die zukunftsorientierte Auseinandersetzung mit dem Profil und konzeptuellen Auftrag des MAK.

RAHMENPROGRAMM IM DETAIL:

Dienstag, 28. Februar 2012, 18.00 Uhr, MAK-Ausstellungshalle Dialogführung zur Ausstellung "Magie der Vielfalt. Das MAK als angewandter Raum der Zukunft"

Durch die Ausstellung und ihre künstlerische Intervention führen Krüger & Pardeller im Gespräch mit der Journalistin Manisha Jothady sowie Rainald Franz, MAK-Kustode Glas und Keramik (interimistisch), und Bärbel Vischer, MAK-Kustodin Gegenwartskunst.

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Donnerstag, 8. März 2012, 12.30-14.00 Uhr, MAK-Säulenhalle Öffentlich zugängliche Diskussionsveranstaltung zum Thema "Studiensammlung des MAK"

Die Studiensammlung als Spezialbereich der Auseinandersetzung mit der Sammlung angewandter Kunst des MAK bedarf neuer Impulse, um ein breiteres Publikum für eine vertiefte Beschäftigung mit der Fülle der ausgestellten Objekte zu interessieren. Die Diskussion ist der Startschuss für eine intensive Auseinandersetzung des MAK mit den Potentialen einer Studiensammlung.

Impulsstatements:
Dieter Bogner, Kunsthistoriker und Museumsplaner
Christine Haupt-Stummer, section.a trafo.K
Manisha Jothady, Journalistin
Krüger & Pardeller, Künstler
Elisabeth Schmuttermeier, MAK-Kustodin Metall und Wiener-Werkstätte-Archiv
Moderation: Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK

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Dienstag, 13. März 2012, 19.30 Uhr, MAK-Vortragssaal
Vortrag von Herbert Lachmayer: "Ausstellungen herbeireden"

Mit der künstlerischen Forschungspraxis "Staging Knowledge" hat der Kulturphilosoph Herbert Lachmayer ein Ausstellungsformat kreiert, welches Geschmacksintelligenz, als eigenständige Erkenntnisform des "ästhetischen Urteils", mit abstrakten Theorie-Diskursen und intuitivem Denken spannungsträchtig zu verbinden weiß. Da man sich den sogenannten cultural content weder "reinziehen" noch innerlich "runterladen" kann, folgt diese neue Bildungs- und Kulturtechnik "Staging Knowledge" der Idee eines "experimentellen Übens", dass nämlich jegliche Vermittlungsstrategie kulturellen Wissens stets auch Forschungsstrategie sein soll, wie umgekehrt auch. Dem sinnlich-performativen "Herbeireden" solcher Ausstellungen, auf Basis intensiver wissenschaftlicher Recherche, korrespondiert (nach der Eröffnung) die Phase einer permanent bespielten Wissensbühne mit Publikum durch obsessives "Weiterreden" des kuratorischen Teams in der Ausstellung - für deren gesamte Laufzeit. Inspiriert vom Konzept der Affektmodulation im 18. Jahrhundert, dem "Bespassen" und "Begeistern" als lustbegleitende Wirkung der Konversation, vergegenwärtigt "Staging Knowledge" die gesellschaftliche Erfahrung, dass "Geisterzeugung" libidinös besetzbar sein kann. Und empfiehlt, den Sublimationsvorgang "Denken" vor allem auch als emotional-unbewusste Erregungsstrategie wahrzunehmen, als eine zeitgemäß attraktive Form der "Subjekt-Behauptung" heute - eine kreative wie alltagskulturelle Erfüllung der Sehnsucht nach Individualismus. Sich dem Anspruch der Theorie-Diskurse, über Kunst & Kultur eine ausschließlich textfundierte Deutungsmacht zu besitzen, vorauseilend zu unterwerfen, mag vergleichbar naiv (oder alter-naiv) sein, als sich dem herrschenden LifeStyle-Diktat in Fragen des persönlichen Geschmacks auszuliefern - und damit die Möglichkeit, eigene LebensArt zu entfalten, zu verpassen.

Herbert Lachmayer, geb. 1948 in Wien, lehrt als Professor an der Kunstuniversität Linz die Studienrichtung "Staging Knowledge", welche er auch als künstlerische Forschungsstrategie an der Bauhausuniversität Weimar und der Stanford University in Palo Alto, Kalifornien unterrichtet. Er leitet das von ihm gegründete "DA PONTE Research Center - for Applied Humanities, Opera Studies und Film History" in Wien und ist Kurator zahlreicher kulturgeschichtlicher Ausstellungen.

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Donnerstag, 15. März 2012, 12.30-14.00 Uhr, MAK-Säulenhalle Öffentlich zugängliche Diskussionsveranstaltung zum Thema "Neue Strategien zur Sammlungserweiterung im Bereich angewandte Kunst"

Die im Bereich angewandte Kunst dringend notwendig gewordene Erweiterung der MAK-Sammlung erfordert einen genaueren Einblick in die besonderen Bedingungen und Herausforderungen einer nachhaltigen musealen Praxis. Die Diskussion soll ein breites Spektrum von Ansätzen aufzeigen, mithilfe derer das MAK als ehemaliges Museum für Kunst und Industrie in die Lage versetzt werden soll, in Zeiten der Budgetknappheit seine Sammlung angewandter Kunst nachhaltig zu erweitern.

Impulsstatements:
Christian Meyer, Galerist
Ernst Ploil, Sammler
Johannes Wieninger, MAK-Kustode Asien
Moderation: Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK

Pressedaten:
Ausstellungsort: MAK-Ausstellungshalle, MAK, Stubenring 5, Wien 1 Ausstellungsdauer 15. Februar - 25. März 2012
Öffnungszeiten: Di 10.00-22.00 Uhr, Mi-So 10.00-18.00 Uhr.
Jeden Dienstag 18.00-22.00 Uhr Eintritt frei.
Idee der Arbeitsausstellung : Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK Künstlerische Intervention: Krüger & Pardeller
KuratorInnen:
Heidemarie Caltik, MAK-Kustodin Design-Info-Pool
Rainald Franz, MAK-Kustode Glas und Keramik (interimistisch)
Thomas Geisler, MAK-Kustode Design
Sebastian Hackenschmidt, MAK-Kustode Möbel und Holzarbeiten
Barbara Karl, MAK-Kustodin Textilien und Teppiche
Kathrin Pokorny-Nagel, Leitung MAK-Bibliothek und Kunstblättersammlung
Elisabeth Schmuttermeier, MAK-Kustodin Metall und Wiener-Werkstätte-Archiv
Bärbel Vischer, MAK-Kustodin Gegenwartskunst
Johannes Wieninger, MAK-Kustode Asien

Expertenführungen jeweils 17.00 Uhr
Di 28.2.: Rainald Franz
Do 1.3.: Kathrin Pokorny-Nagel
Di 6.3.: Heidemarie Caltik
Do 8.3.: Thomas Geisler
Do 15.3.: Sebastian Hackenschmidt
Do 22.3.: Bärbel Vischer

Rückfragen & Kontakt:

Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
Sandra Hell-Ghignone
Veronika Träger
Lara Steinhäußer
Tel. (+43-1) 711 36-233, 229, 212
Fax (+43-1) 711 36-227
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