ÖGB-Frauen: Khol-Vorschläge jenseitig

Geringe Einkommen und niedrige Pensionen sind keine Privilegien

Wien (OTS/ÖGB) - Als "Verhöhnung aller Frauen" bezeichnet ÖGB-Frauenvorsitzende Brigitte Ruprecht die Aussagen von Seniorenbund-Obmann Khol zum Frauenpensionsalter. "Frauen müssen sich ihr ganzen Arbeitsleben lang Diskriminierungen in Form schlechterer Bezahlung gefallen lassen, Österreich ist bei den Einkommen eines der unrühmlichen Schlusslichter in Europa, und ihre Pensionen liegen ebenfalls unter jenen der Männer", so Ruprecht. "Dass sich Männer ungerechtfertigte Frauen-Privilegien , wie Khol das frühere Pensionsantrittsalter nennt, nicht länger gefallen lassen werden, ist eine völlig unqualifizierte Aussage."

"Es wird die Pensionen von Männern nicht sicherer machen, wenn man den Frauen angebliche Privilegien streicht", kritisiert Ruprecht. "Herr Khol ist offenbar fern jeder Realität, wenn er alle Nachteile, die Frauen - ob mit Kindern oder kinderlos - im Erwerbsleben haben, einfach so vom Tisch wischt. Es ist auch in hohem Maß unsolidarisch, Frauen gegen Männer auszuspielen, das ist nicht unser Zugang zum Thema sichere, eigenständige Pensionen für alle - Männer und Frauen."

Auch beim Thema Teilzeitarbeit liege Khol völlig daneben: "Es gibt genügend Studien, die belegen, dass Frauen nicht freiwillig Teilzeitbeschäftigungen annehmen, sondern mangels ausreichender Kinderbetreuungseinrichtungen mit Öffnungszeiten für Vollzeitjobs." Zu guter Letzt hatte Khol auch die Lebenserwartung von Frauen ins Spiel gebracht. "Auch das Zitat, die Frauen würden ja länger leben und den Guten Tropfen zehn Jahre länger genießen, finde ich als Argument zur früheren Angleichung des Pensionsantrittsalters der Frauen an das der Männer geradezu jenseitig."

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