ÖH zu OECD-Studie: freie Bildung ist der einzige Garant für hohe AkademikerInnenquote

Studiengebühren führten zu Studienabbruch von 45.000 Studierenden

Wien (OTS) - Wie einer APA Meldung zu entnehmen ist, kommt das
OECD Papier "Education Indicators in Focus" zum Schluss, dass das Nicht-Einheben von Studiengebühren allein noch kein Garant für viele StudienanfängerInnen ist. "Dem können wir prinzipiell zustimmen, denn es braucht zusätzlich zum gebührenfreien Hochschulzugang ein sozial tatsächlich abfederndes Stipendienwesen, das wir in Österreich nicht haben - die letzte grundlegende Reform des Beihilfensystems liegt 20 Jahre zurück. Der Schluss der OECD, dass die Lösung ein Kreditsystem oder Studiengebühren sind, ist schlichtweg falsch - die Auswirkungen von Studiengebühren wurden hier eindeutig nicht genügend bedacht. Weder Kreditsysteme, noch Studiengebühren tragen etwas Positives zur sozialen Durchmischung oder Steigerung der AnfängerInnenquote bei - bei der Einführung der Studiengebühren 2001 haben 45.000 Studierende, also rund 20 Prozent, ihr Studium abgebrochen", erinnert Angelika Gruber vom ÖH Vorsitzteam.

"Studienbeiträge und insbesondere auch Studienkredite sind eine Umverteilung von unten nach oben. Bei vielen Rückzahlungsmodellen, wie auch dem australischen Modell, bleiben Zinsen erspart, wenn man den Schuldenberg auf einmal zurückzahlen kann, insbesondere wird eine sofortige Zahlung bevorzugt. Ein solches System privilegiert eindeutig Menschen mit größerem Budget. Zudem richten sich die Gebühren wie im von der OECD gepriesenen Australien nicht nach den Kosten des Studiums, sondern nach dem zu erwartenden Einkommen. Frauen werden dadurch benachteiligt, da sie in der Regel leider immer noch deutlich weniger als Männer verdienen und daher zu einer längerfristigen Rückzahlung gezwungen sind", erklärt Janine Wulz vom Vorsitzteam der ÖH.

Der sozial tatsächlich abgefederte Gegenvorschlag lautet: eine wirkliche progressive Einkommenssteuer, Vermögensbesteuerung sowie höhere Beihilfen! Die Loipersdorf-Kürzungen haben den Studierenden schwer genug zugesetzt, nun darf nicht über weitere Belastungen nachgedacht werden. Es braucht eine Reform des Beihilfensystems -darüber sollte sich die Regierung den Kopf zerbrechen und sich nicht durch die Hintertür aus der Verantwortung stehlen - es ist ihre Aufgabe, sich um die ausreichende, öffentliche Finanzierung von Hochschulen sowie die soziale Absicherung von Studierenden zu kümmern", so Peter Grabuschnig vom ÖH Vorsitzteam abschließend.

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