GPA-djp: Beschäftigte der Werbewirtschaft und Marktkommunikation Wien im Schatten der heilen Welt

KV-Verhandlungen für Werbung und Marktwirtschaft liegen auf Eis, obwohl die Branche boomt - zurück an den Verhandlungstisch!

Wien (OTS/ÖGB) - Eine heile Welt ist die Botschaft der Werbewirtschaft. In den eigenen Reihen jedoch will sie nicht einmal den Anflug einer heilen Welt zulassen: Den 10.000 Angestellten der Werbewirtschaft und Marktkommunikation Wien wird trotz hoher Inflation eine Anpassung der Gehälter verwehrt, auch Minimalforderungen, die bei anderen Kollektivverträgen gang und gäbe sind, werden nicht anerkannt. Die KV-Verhandlungen liegen seit Wochen auf Eis. Die wichtigsten Forderungen der GPA-djp, ein Einstiegsgehalt von 1.300 Euro brutto, Gehaltserhöhungen auf die tatsächlichen Gehälter oder etwa die Anrechnung von Elternkarenzzeiten warten noch immer auf eine Lösung.

"Die Fachgruppe weigert sich als einer der wenigen österreichischen Sozialpartner, diese Schwerpunkte bei den Gehaltsverhandlungen zu thematisieren. Die Kollektivvertragsverhandlungen für das Jahr 2012 liegen seit dem unzureichenden Angebot der Arbeitgeber im Dezember auf Eis", kritisiert Karl Proyer, stv. Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp). "Wir appellieren mit Nachdruck im Auftrag der 12.000 Betroffenen und ihrer BetriebsrätInnen an die Wirtschaftskammer, die Verhandlungen raschest wieder aufzunehmen und an einem akzeptablen Abschluss mitzuwirken."

Das vorerst letzte Angebot der Arbeitgeber lag mit 3,1 Prozent auf die Mindestgehälter plus einer Einmalzahlung von 50 Euro deutlich unter KV-Abschlüssen vergleichbarer Bereiche. "Wir weisen seit Beginn der Verhandlungen darauf hin, dass der Kollektivvertrag auch eine Anpassung an die betrieblichen Realitäten braucht", stellt Alois Freitag, Verhandlungsleiter der GPA-djp, fest.

Mit der wirtschaftlichen Situation der Branche lasse sich die Position der Arbeitgeber jedenfalls nicht begründen, so Alois Freitag. Er beruft sich unter anderem auf den aktuellen Werbeklimaindex des Wifo, der bestätigt, dass "die heimischen Werbeagenturen nichts von der Euro-Krise spüren", wie es die Obfrau des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation in der WKÖ formuliert. Sie berichtet, dass die Nachfrage nach Dienstleistungen im Bereich Werbung und Marktkommunikation demnach weiter zugenommen habe, 82 Prozent der Unternehmer berichten über ausreichende oder sogar mehr als ausreichende Aufträge.

"Das Motto kann nur lauten: Mit akzeptablen Angeboten zurück an den Verhandlungstisch", so Freitag. Außer einer realen Netto-Gehaltserhöhung müsse über die Anrechnung von Karenzzeiten, über korrekte Arbeitszeitvereinbarungen und vor allem über korrekte Dienstverträge verhandelt werden, so Proyer und Freitag abschließend. "Diese Taktik, konstruktive Gespräche einfach auf die lange Bank schieben zu wollen, ist alles andere als eine Werbung für die Branche. Die Beschäftigten verdienen ihren Anteil am Erfolg!"

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