Gewerkschaft vida: ÖBB-Lehrlinge könnten bald auf der Straße stehen

Winkler warnt vor "spanischen Verhältnissen" in punkto Jugendarbeitslosigkeit" - Anhebung des Pensionsantrittsalters und Sparpaket dürfen nicht zulasten der Jugend gehen

Wien (OTS/ÖGB) - In den nächsten Tagen werden 312 ÖBB-Lehrlinge und 22 so genannte "AMS-Lehrlinge" (d.h., die ÖBB stellen Ausbildungsplätze für das Auffangnetz des AMS zur Verfügung) in technischen Lehrberufen ihre Lehrabschlussprüfung bei den ÖBB ablegen. "Die Zukunft dieser sehr gut ausgebildeten jungen Menschen ist derzeit aber weitestgehend ungewiss. Bis jetzt gibt es nämlich noch keine konkreten Zusagen, wie viele von ihnen zukünftig im ÖBB-Konzern arbeiten können", schlägt der stellvertretende ÖBB-Konzernbetriebsratsvorsitzende und Vorsitzende der Sektion Verkehr in der Gewerkschaft vida, Gottfried Winkler, Alarm. "Im schlimmsten Fall würden alle Lehrlinge nach dem Auslaufen der vom Gesetz vorgeschriebenen dreimonatigen Behaltefrist ohne Job und somit ohne Zukunft auf der Straße stehen", warnt der Gewerkschafter. ****

In den Jahren davor seien rund 60 Prozent der Lehrlinge von den ÖBB in den Konzern übernommen worden. "Wir verlangen, dass der überwiegende Teil der Lehrlinge auch heuer wieder als Personalreserve ins Unternehmen übernommen werden muss", fordert Winkler. "Es handelt sich bei den Lehrabsolventen um hoch qualifizierte Fachkräfte, die in eisenbahnspezifischen Berufen in staatlich mehrfach ausgezeichneten Lehrwerkstätten ausgebildet wurden. Das Know-how dieser jungen Menschen wird in Zukunft im Konzern dringend gebraucht, wenn man die technisch hohen Standards, die Sicherheit und die Qualität der Dienstleistungen der Bahn nicht aufs Spiel setzen will", betont der vida-Sektionsvorsitzende.

Die hohe Qualifikation der bei den ÖBB ausgebildeten Lehrlinge werde aber nicht nur durch mehrfache Auszeichnungen und Preisen, welche die ÖBB-Lehrlinge regelmäßig bei Wettbewerben errungen haben, belegt:
"Von den 182 ÖBB-Lehrlingen, die bereits heuer die Lehrabschlussprüfung erfolgreich absolvierten, haben mehr als ein Drittel (64) die Prüfung mit ausgezeichnetem Erfolg und weitere 55 mit gutem Erfolg abgeschlossen", freut sich Winkler.

Winkler unterstreicht weiter, dass die Anhebung des Pensionsantrittsalters nicht zulasten der Jugend gehen dürfe: Auch das AMS habe bereits davor gewarnt. Ein Sparpaket dürfe nicht dazu führen, dass den Unternehmen in Zukunft benötigte Fachkräfte als Personalvorsorge abhanden kommen. "Wir müssen deshalb weiterhin alles unternehmen, damit so viele junge Menschen wie möglich nach ihrer Ausbildung auch bei den ÖBB einen Arbeitsplatz bekommen. Bei der Jugendbeschäftigung darf kein Risiko eingegangen werden, damit in Österreich nicht eines Tages spanischen Verhältnisse mit einer Jugendarbeitslosigkeit jenseits der 20-Prozentmarke Einzug halten", so Winkler.

Es sei höchst erfreulich, dass es ein Bekenntnis zur Fortsetzung einer umfassenden Lehrausbildung bei den ÖBB gebe: "Ich appelliere aber auch an alle für die Lehrausbildung Verantwortlichen, jungen Menschen die Chancen auf eine berufliche Zukunft im Unternehmen nicht zu verbauen. Damit würde auch ein Beitrag gegen den weiteren Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit geleistet", bekräftigte Winkler.

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Tel.: 01 53444 79 261
Mobil: 0664/61 45 733
Internet: www.vida.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002