Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit (bOJA): Sozialer Ausschluss Jugendlicher ist eine Gefahr fürs gesellschaftliche Zusammenleben

"Präventive Maßnahmen" statt Desintegration

Wien (OTS) - In der medialen Diskussion rund um die alarmierenden Resultate der Linzer Jugendstudie "Junge Menschen ohne (Berufs-)Ausbildung" stand bisher vor allem das Thema "Strafe fürs Schule schwänzen" im Vordergrund.

"Vor dem Hintergrund, dass sich 75000 Jugendliche zwischen 16 und 24 außerhalb des Ausbildungs- und Erwerbssystems befinden, sollte der Fokus vielmehr auf der Schaffung bedürfnisorientierter und nachhaltiger Angebote liegen", kommentiert Sabine Liebentritt, die Geschäftsführerin des Bundesweiten Netzwerkes Offene Jugendarbeit (bOJA) die Debatte. "Zudem vermissen wir eine konstruktive Diskussion unter dem Blickwinkel, dass junge Menschen ganz einfach ein Recht auf Bildung haben und stellen die Frage, wie die Gesellschaft junge Menschen dazu befähigen kann, von diesem Grundrecht gerne Gebrauch zu machen bzw. wie die Rahmenbedingungen anders gestaltet sein müssten" so Liebentritt weiter.

Besonders von sozialem Ausschluss betroffen sind junge Frauen (8,9%) und junge MigrantInnen der ersten Generation (18,5%). "Die Unterschiede zu Jugendlichen ohne Migrationshintergrund sind besorgniserregend. Aber auch die Tatsache, dass 6,5 bzw. 5,9 Prozent der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund zu dieser Gruppe zählen, sollte ebenfalls Anlass für entsprechende Gegenmaßnahmen sein", kommentieren die Studien-Autoren Prof. Bacher (Universität Linz) und MMag. Tamesberger (AK Oberösterreich) und rufen zu "präventiven Maßnahmen aber auch Interventionen" auf.

Bedürfnisorientierte Angebote fördern

Damit sind keine Strafzahlungen gemeint, sondern spezielle Angebote, "die besser auf die Bedürfnisse junger Menschen abgestimmt sind." Dazu zählt neben der Erhöhung von Chancengleichheit im Schulsystem vor allem die verbesserte Nutzung der Möglichkeiten, die die Offene Jugendarbeit bietet.

Generell findet Offene Jugendarbeit in Jugendzentren, Jugendtreffs, Jugendcafés und anderen räumlichen Gegebenheiten und "Lebensräumen" junger Menschen, also auch im öffentlichen Raum statt. Sie bietet jungen Menschen die Möglichkeit fachlich fundierte, auf ihren aktuellen Bedarf abgestimmte, Angebote zu den für sie relevanten Themenbereichen in Anspruch zu nehmen. "Durch den niederschwelligen Zugang und die Bedarfsorientierung werden mit den Angeboten der Offenen Jugendarbeit eben auch jene Jugendlichen erreicht, die sich außerhalb des Schul- und Erwerbssystems befinden", betont Liebentritt.

Dazu spielen Diversität und interkulturelles Arbeiten als Arbeitsprinzipien eine bedeutende Rolle in der Offenen Jugendarbeit. Damit reagiert dieses Handlungsfeld Tag für Tag auf soziale Ausgrenzung und Desintegration.

Der Forderung der Studienautoren nach einer Erhöhung der finanziellen Mittel für außerschulische Jugendarbeit schließt sich bOJA an und erläutert weiter: "Wie die aktuellen Zahlen zeigen, ist es jetzt und in Zukunft außerordentlich wichtig in die Angebote der Offenen Jugendarbeit zu investieren und diese weiter auszubauen. Einsparungen wären an dieser Stelle ein fataler Fehler, der schwerwiegende Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt haben würde."

Über bOJA

bOJA ist das Bundesweite Netzwerk für Offene Jugendarbeit, dient als Plattform für Wissens- und Informationsaustausch und vernetzt Menschen, Ideen, Projekte, Einrichtungen - national und international. bOJA unterstützt das Erwachsen werden für Jugendliche in Österreich, indem es mit seinen Partnern im Handlungsfeld der Offenen Jugendarbeit (soziale Einrichtungen, Wirtschaft, Verwaltung, Bildungswesen, etc.) zusammenarbeitet und als Sprachrohr und Interessensvertreter für die Bedürfnisse von Jugendlichen aus der Offenen Jugendarbeit agiert. bOJA hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Qualitätsstandards in der Offenen Jugendarbeit voranzutreiben und das Bewusstsein für die Bedeutung von Offener Jugendarbeit zu heben. Geschäftsführerin von bOJA ist Mag.a Sabine Liebentritt. bOJA wird gefördert vom Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend.

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