Neues Volksblatt: "Überfordert" von Michael KALTENBERGER

Ausgabe vom 24. Februar 2012

Linz (OTS) - Als Politiker braucht man heutzutage einen guten
Magen. Zum einen muss man es vertragen, dass die Interessen der Partei oft vor die des Landes gestellt werden, dass bei manchen nur das Populäre zählt und nicht das Notwendige, und man muss auch die persönlichen Anfeindungen verdauen. Anfeindungen und Schmähungen, die keinen sachlichen Hintergrund haben, sondern nur das Ziel, die Leute im Bierzelt zum Grölen zu bringen. Besonders gern tut das der FPÖ-Chef, zuletzt am Aschermittwoch in Ried. Einen Sauschädel nannte er dort den einen, eine Null den anderen, und den Bundespräsidenten bezeichnete er als KP-Funktionär mit der Statur eines Nordkoreaners. Man soll das nicht überbewerten. Aber wissen muss man schon, dass dieser Politiker aus der unteren Schublade Bundeskanzler werden möchte. Der blaue Nationalratspräsident ist sogar von der absoluten Mehrheit überzeugt. Seine Rechnung: "Die FPÖ hat derzeit 37 Abgeordnete, nach der nächsten Wahl werden wir ein Vielfaches davon stellen."
Ein Vielfaches - also mindestens mal drei, ergibt 111. Bei 185 Abgeordneten eine satte Mehrheit; und noch mehr, wenn der Nationalrat auf 165 Sitze reduziert wird. Eine Mehrheit, die viel Verantwortung verlangt.
Ob da einer, der "Sauschädel" für eine politische Ansage hält, nicht überfordert ist?

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001