WKÖ-Hochhauser: Schlechtreden von Teilzeit geht an der Lebensrealität der Frauen vorbei

Wird Teilzeit unattraktiv, verlieren Frauen ihre Jobs - Wunsch nach Teilzeitstellen übersteigt Angebot um das Siebenfache

Wien (OTS/PWK/126) - Das Schlechtreden von Teilzeitarbeit geht an der Lebensrealität der Frauen vorbei, betont die Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Anna Maria Hochhauser, angesichts der von den SPÖ-Frauen gestarteten Kampagne zum Thema Teilzeit. "Die meisten Frauen arbeiten Teilzeit, weil sie beides wollen - erwerbstätig sein und Zeit mit der Familie verbringen." Dass Teilzeit keineswegs aufgezwungen ist, zeigt sich auch daran, dass etwa 2010 die Anzahl der arbeitslosen Frauen mit Teilzeitwunsch mehr als siebenmal so groß war wie die Zahl der offenen Teilzeitstellen.

Unterstrichen wird dieser Befund durch die jüngst vom EU-Statistikamt Eurostat veröffentlichten Daten, wonach nur 12,1 % der Teilzeitbeschäftigten in Österreich gerne mehr arbeiten würden. "Das bedeutet im Umkehrschluss, dass 88 % mit dem Ausmaß ihrer Beschäftigung zufrieden sind", so Hochhauser. Österreich liegt damit weit besser als der EU-Schnitt, wo 20,7 % sich unterbeschäftigt fühlen. Nach einer Studie der Arbeiterkammer sind Teilzeitbeschäftigte in Österreich sogar etwas zufriedener mit ihrer Arbeitszeit als Vollzeitbeschäftigte.

Dass Teilzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit nicht ausweiten, hat meist private Gründe, etwa Kinder- oder Elternbetreuung oder Ausbildung. Zudem begünstigt das System schon jetzt Teilzeitbeschäftigte: Sie meisten zahlen keine Lohnsteuer, keine oder geringere Arbeitslosenversicherungsbeiträge, sind aber voll versichert. Der 25%-Zuschlag für Mehrarbeit ist international einzigartig und wird in der Praxis korrekt - in Geld oder Zeitausgleich - vergütet. "Eine Erhöhung dieses Zuschlags, wie von der Frauenministerin gefordert, wäre ein Job-Killer und ist daher nicht diskutabel", stellt Hochhauser klar.

Beim Vergleich der Stundenlöhne von Teilzeit und Vollzeit vergleicht man Äpfel mit Birnen. Spitzenfunktionen in Wirtschaft, Politik, Kultur, Sport oder auch Forschung sind nun einmal meist Vollzeitjobs.

Angesichts des offensichtlichen Wunsches der Menschen nach Beruf UND Familie sei es nicht nachvollziehbar, so Hochhauser abschließend, warum Teilzeit immer nur negativ dargestellt wird. "Die Menschen wollen Wahlfreiheit, nicht ideologische Zwangsbeglückung." (SR)

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