Leitl zu EU-Wirtschaftsprognose: Wachstum ankurbeln mit mehr Investitionen in Bildung und Forschung

Brüssel prognostiziert für 2012 eine Stagnation des realen BIP in der EU und einen Rückgang um 0,3 % im Euro-Raum

Wien (OTS/PWK125) - "Eine konsequente Budgetkonsolidierung und nachhaltige, kluge Sparmaßnahmen mit Hilfe von Strukturreformen sind wichtig für die finanzielle Stabilität der EU-Staaten. Damit die EU langfristig gestärkt aus der Krise hervorgeht, müssen wir nun zugleich gezielt Wachstum und Beschäftigung in Europa ankurbeln", betonte Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), anlässlich der heute vorgelegten EU-Wirtschaftsprognose der Europäischen Kommission. Auf Jahresbasis betrachtet werden für 2012 eine Stagnation des realen BIP in der EU und ein Rückgang um 0,3 % im Euro-Raum prognostiziert. "Auch wenn das Wachstum zum Stillstand gekommen ist, sind erste Anzeichen einer Stabilisierung der europäischen Wirtschaft sichtbar. Die bisherigen Maßnahmen haben also gewirkt. Nun muss dafür gesorgt werden, dass der Konjunkturmotor rasch wieder anspringt", so Leitl.

"In der Phase der wirtschaftlichen Stagnation muss in die Zukunftsbereiche Bildung und Forschung investiert werden, die gewichtige Grundsteine für das Wachstum darstellen", betont der WKÖ-Präsident. Er plädiert auch dafür, vorhandene Mittel aus den milliardenschweren Strukturfonds der Union rascher und besser einzusetzen: "Derzeit sind in den Strukturfonds noch rund 80 Milliarden Euro vorhanden, die bisher nicht für konkrete Projekte vorgesehen sind. Dieses Geld könnte z.B. in Projekte im Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit und zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit fließen."

Die Versorgung der Unternehmen mit Krediten und Förderungen darf in den kommenden Monaten nicht eingeschränkt werden: Leitl tritt neben eigenkapitalstärkende Haftungen von EU und Mitgliedstaaten für Klein- und Mittelbetriebe auch für Ausnahmen bei der Kreditunterlegung für KMU bei den strengeren Eigenkapital-Regeln für Banken (Basel III) ein: "Wachstum kann nur mit einem leistungsfähigen Begleiter auf dem Bankensektor erzielt werden. Unsere Unternehmer müssen weiterhin die Chance haben, Wachstum und Arbeitsplätze zu schaffen."

Österreich kommt mit einem erwarteten Wachstum von 0,7 % im Europavergleich noch mit einem blauen Auge davon. "Österreichs Betriebe schaffen auch in unsicheren Zeiten Arbeitsplätze und stehen zu ihren Mitarbeitern", so Leitl abschließend. (FA)

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