Frauen in Entscheidungspositionen vernetzen sich

Burgstaller: Grenzüberschreitendes Projekt "Frauen entscheiden" stärkt Social Media-Kompetenzen von weiblichen Führungskräften

Salzburg (OTS) - Unter dem Projekttitel "Frauen entscheiden -
donne che decidono", kurz "Donne" genannt, verfolgen die Gleichstellungsreferate von Kärnten, Salzburg, Tirol, Südtirol, Udine und Friaul Julisch-Venetien innerhalb des Interreg Italien-Österreich Programms seit September 2011 das Ziel, durch grenzüberschreitende Zusammenarbeit und Förderung von Netzwerken Frauen in Entscheidungspositionen zu stärken. "e-Plattform und Social Media sind in Salzburg keine Fremdworte. Wir setzen sehr auf die Vernetzung von Frauen in den Regionen Salzburgs, aber auch über die Landesgrenzen hinweg. Schließlich ist ein wichtiges Prinzip in der Europäischen Union von einander zu lernen", erklärte die für Frauen und Gleichbehandlungsfragen ressortzuständige Landeshauptfrau Mag. Gabi Burgstaller heute, Donnerstag, 23. Februar, bei einem Informationsgespräch, bei dem via Webkonferenz auch ihre Ressortkolleginnen und -kollegen in den Projektpartnerländern teilnahmen.

Bereits im Wahljahr 2009 startete Salzburg in Kooperation mit Kärnten und Tirol sowie Vorarlberg die Plattform www.frauen-zur-wahl.info. Kandidatinnen aller Parteien konnten sich vor den Gemeinde-, Bürgermeister/innen-, Landtags- und EU-Wahlen präsentieren und es gab einen intensiven Meinungsaustausch zu frauen-und gleichstellungspolitischen Themen. "Damals hatten wir in wenigen Wochen mehr als 26.000 Seitenzugriffe und mehr als 200 Postings in den Foren und im Blog. Darauf können wir gut aufbauen", so Burgstaller zur Vorgeschichte des aktuellen Projekts. "Gerne sind wir also der Einladung zur Beteiligung an diesem Interreg-Projekt gefolgt, weil es dabei genau um das geht, was wir bzw. die Frauen brauchen: Stärkung ihrer Kompetenz, vor allem, was den Umgang mit den Social Media betrifft - und das Netzwerken, ohne das Karriereplanung heute gar nicht mehr möglich ist", sagte die Landeshauptfrau.

2013 und 2014 stehen wichtige Wahlen auf Bundes-, EU-, Landes- und Gemeindeebene bevor "und bereits jetzt muss daran gearbeitet werden, mehr Frauen in Position zu bringen, damit sie bei der Erstellung von Kandidatenlisten von vorneherein berücksichtigt werden, und nicht erst im zweiten oder dritten Anlauf oder unter 'ferner liefen'", machte die Frauenreferentin klar. Nur vier von 119 Bürgermeistern in Salzburg sind Frauen, im Landtag steht der Frauenanteil bei 39 Prozent, und bei den National- und Bundesräten liegt er gar nur bei 25 Prozent. "Das soll sich ändern - und ich bin überzeugt, das wird sich ändern. Dazu leistet das Projekt 'Donne' einen ganz wichtigen Beitrag, vor allem für engagierte Frauen in den ländlichen Regionen, die digital gut vernetzt sind, aber nicht bei jedem Meeting in der Landeshauptstadt dabei sein können", erklärte Burgstaller.

Was Führungspositionen in der Wirtschaft angeht, wurden in der Salzburger Landesregierung - so wie auch beim Bund - klare Vorgaben gesetzt, was die Entsendung von Frauen in Aufsichtsräte von Unternehmen mit Landesbeteiligung betrifft: nämlich bis Ende 2014 eine Frauenquote von 25 Prozent und bis Ende 2018 eine von 35 Prozent zu erreichen. "Das Argument, es gäbe ja keine geeigneten Frauen oder diese würden bei jeder Anfrage abwinken, stimmt oft nicht. Und erfreulicherweise bewegen wir uns da auf einen parteiübergreifenden Konsens zu, dass es zur Erreichung bestimmter Ziele schlicht und einfach Quotenregelungen braucht", so die Lan-deshauptfrau.

Weibliche Nachwuchsführungskräfte in Betrieben und Unternehmen sind ebenso eine wichtige Zielgruppe dieses Projekts. Genauso wie Geschäftsführerinnen von Frauenorganisationen oder Koordinatorinnen von Initiativen und Netzwerken. "Mit diesem Projekt leisten wir aber letztlich auch einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der EU-Gleichstellungsstrategie. Wie EU-Kommissarin Viviane Reding kürzlich klar gesagt hat: 'Das Talent und die Fähigkeiten der Hälfte der erwerbstätigen Bevölkerung - also der Frauen - nicht zu nutzen, ist ein wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Fehler!' Den wollen wir in Salzburg nicht begehen. Jetzt ist der Startschuss erfolgt. Für uns in Salzburg ist dabei sein nicht alles; wir möchten einige Schritte weiterkommen - und viele Frauen auf dem Weg in Entscheidungs- und Führungspositionen fördern und begleiten", erklärte Burgstaller.

Das Projekt "Donne", unter der Federführung der Stabsstelle für Chancengleichheit, Anti-Diskriminierung und Frauenförderung, ist eines der derzeit sieben Interreg Italien-Österreich Projekte, an denen Organisationen im Bundesland Salzburg beteiligt sind (unter anderem Therapie für Schmetterlingskinder, Gesundheitstourismus oder die grenzüberschreitende Zusammenarbeit für die Entwicklung des Radwegs Salzburg-Villach-Aquileia/Grado). Das Salzburger Projektbudget für "Donne" beträgt insgesamt 72.400 Euro, wovon 40 Prozent durch das Land Salzburg finanziert werden. 60 Prozent sind EU-Fördergelder. Diese Gelder werden somit für die Frauen im Bundesland Salzburg verwendet, um ihnen zum Beispiel Schulungen zur digitalen Vernetzung zu ermöglichen und ihnen kostenlos die Mitwirkung und Präsentation auf der e-Plattform zu bieten, auf der sich die Frauen, die bereits öffentliche Funktionen innehaben, und solche, die auf dem Weg in Entscheidungspositionen sind, austauschen und vernetzen können.

Das Projekt läuft von September 2011 bis August 2013 und zielt auf Wissenstransfer innerhalb der e-Plattform, eine Vernetzung über die Bundesland- und Landesgrenzen hinaus, ein Sichtbarmachen von Frauen und ihren Kompetenzen sowie auf Kompetenzaufbau im Bereich Social Media und digitaler Vernetzung ab.

Laufende Informationen zum Projekt gibt es unter www.salzburg.gv.at/frauen_entscheiden sowie über die Kontaktadresse donne@salzburg.gv.at.

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