Pendlerinitiative vergibt "Spritpreisbrecher-Trophäe"

Preisbrecher des Jahres kommt aus Bruck/Mur

Graz (OTS/FCG/ÖGB) - Die Semesterferien haben den steirischen Autofahrerinnen und Autofahrern neue Rekord-Spritpreise beschert. Vor allem für die rund 300.000 Pendler ist die Abzocke an den Tankstellen eine kaum zumutbare Belastung. "Die hohen Preise für Benzin und Diesel spüren die Pendler ganz besonders und führen bei jenen die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind zu erheblichen Einkommensverlusten. Wer einen Tausender verdient und jetzt 200 bis 300 Euro für Treibstoff ausgeben muss, riskiert, in der Armutsfalle zu landen", meint AK-Vize Franz Gosch, Vorsitzender der Steirischen Christgewerkschafter und Obmann der steirischen Pendlerinitiative. Viele stellen sich jetzt die Frage, ob sich angesichts dieser Kosten die Arbeit überhaupt noch lohne, so Gosch, der auch Chef der Pendlerinitiative Austria ist.

Einzige kleine Lichtblicke in der Tankstellenlandschaft der Steiermark seien laut Gosch die kleinen kämpferischen Spritpreisbrecher, die sich mit wenigen Ressourcen aber viel Einsatz gegen die Großen behaupten. "Das sind die Preisbrecher, die den Spritpreis ganzer Regionen bremsen und die Multis in die Schranken weisen."

Um diese Spritpreisbrecher vor den Vorhang zu holen und ihre Arbeit entsprechend zu würdigen hat die Pendlerinitiative die erste "Spritpreisbrecher-Trophäe" ins Leben gerufen. Alle steirischen Autofahrerinnen und Autofahrer waren aufgerufen, ihren persönlichen Favoriten unter den steirischen Tankstellen zu nominieren. Aus den rund 300 Einsendungen der letzten Wochen ging die Tankstelle Marcher in Bruck/Mur als eindeutiger Sieger hervor:

Sie konnte die meisten Nominierungen für sich verbuchen und erhielt daher von Pendlerinitiative-Obmann AK Vizepräsident Franz Gosch und dem Obmann des Steirischen Vereins für Konsumentenschutz, Franz Haberl, die erste "Spritpreisbrecher-Trophäe".

Die Tankstelle Marcher & Sohn wird bereits seit 1974 markenfrei geführt. Diese Unabhängigkeit gegenüber internationalen Konzernen ist laut Tankstellenbetreiber Josef Marcher das Erfolgsgeheimnis seiner Firma. "Während Markentankstellen an Vorgaben, Gewinnmaximierung und Expansion gebunden sind, können wir uns als alteingesessene Tankstelle

eine variablere Preiskalkulation sowie einen eigenständigen, unabhängigen Auftritt gegenüber dem Kunden leisten. Sehr viele Kunden sehen vor allem die temporären Spritpreiserhöhungen der Mitbewerber nach Mittag oder vor Feiertagen bzw. Schulferien zu Recht als Affront und bedanken sich bei uns durch eine enorme Kundentreue", so Josef Marcher.

Weiters für die Spritpreisbrecher-Trophäe nominiert wurden die Tankstelle der Stadtwerke Leoben, die Tankstelle Treibstoffparadies in Köflach, die Tankstelle GT Diskont in Fürstenfeld und die Tankstelle Leitner in Graz. Sie sind die TOP-5-Spritpreisbrecher des Landes!

Dier nächste Vergabe der Spritpreisbrecher-Trophäe kündigt Pendlerinitiative Obmann Franz Gosch für Herbst 2012 an!

Pendlerinitiative fordert Luxemburger Modell zur Senkung der Spritpreise

Angesichts der Rekord-Spritpreise fordert die Pendlerinitiative aber weitere Schritte zur Entlastung der Autofahrer. "Das Jahr 2011 war das teuerste Jahr für Autofahrer, das es bisher gegeben hat. Im Vergleich zum Jahr 2010 stieg der Superbenzinpreis um 13,2 Prozent, der Dieselpreis sogar um 18,6 Prozent. Und dies nicht zuletzt durch die Erhöhung der Mineralölsteuer. Das ist nicht mehr zumutbar", zeigt Gosch auf und fordert die Einführung des sogenannten "Luxemburger Modells" in Österreich.

In Luxemburg gibt es seit vielen Jahren eine staatliche Preisregelung für Benzin, Diesel, Heizöl und Flüssiggas. Dabei wird halbjährlich ein Höchstpreis für diese Mineralölprodukte durch ein Abkommen zwischen den zuständigen Preisbehörden und der Mineralölwirtschaft festgelegt. Der Wettbewerb der Mineralölwirtschaft findet unterhalb dieser Höchstpreisgrenze statt.

"Das Luxemburger Modell funktioniert nicht zuletzt deshalb, weil dort im Unterschied zu Österreich eine geringere Belastung des Endkundenpreises mit Steuern und Abgaben herrscht. Durch die geringere Mineralölsteuerbelastung kommt es im Resultat zu geringeren Endpreisen", weiß Gosch. Für die Pendlerinitiative wäre in Österreich ein Modell denkbar, das auf das Überspringen einer definierten Preisspitze mit einer dynamischen Senkung der Steuern und Abgaben reagiert.
Angesichts der enormen Belastung durch die explodierenden Spritpreise fordert die Pendlerinitiative ein rasches Handeln. "Das Luxemburger Modell stellt eine wirksame Initiative dar, um Pendlerinnen und Pendler endlich wirksam finanziell zu entlasten. Mobilität muss leistbar bleiben", so Obmann Franz Gosch abschließend.

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Steirische Christgewerkschafter
AK Vzpräs. Franz Gosch
Obmann der Pendlerinitiative
Tel.: 0676/817 114 227

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