Mitterlehner: "Pakt für Energieeffizienz" geht in neue Runde

Wirtschafts- und Energieminister präsentiert erweiterten Kriterienkatalog für teilnehmende Unternehmen: OMV, McDonald's Österreich, Mondi und Kraft Foods machen mit

Wien (OTS/BMWFJ) - "Der 'Pakt für Energieeffizienz' ist ein wichtiger Schulterschluss zwischen Politik und Wirtschaft, um die Energiestrategie Österreichs weiter mit Leben zu erfüllen. Die teilnehmenden Unternehmen gehen mit gutem Beispiel voran und schaffen damit als Multiplikator ein stärkeres Bewusstsein für den sparsameren Einsatz von Energie", betont Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner anlässlich der aktuellen Pakt-Beitritte von OMV, McDonald's Österreich, Mondi und Kraft Foods. Ziel für heuer ist es, in ganz Österreich rund 50 Unternehmen für einen Beitritt zum "Pakt für Energieeffizienz" zu gewinnen.

Der intelligentere Einsatz von Energie hat oberste Priorität, daher wurde auf Mitterlehners Initiative ein neuer Kriterienkatalog entwickelt, der Voraussetzung für die Pakt-Teilnahme ist. Neben drei allgemeinen Kriterien (Einführung eines Energiemanagementsystems oder Durchführung eines Energieaudits, Energieeffizienz als Berichtsschwerpunkt in der Unternehmenskommunikation und operative Umsetzung von mindestens drei Effizienzmaßnahmen) sieht der Pakt acht individuelle Maßnahmenblöcke (von Energieeinsparzielen über Gebäude, erneuerbare Energieträger, Mobilität, energieeffiziente Geräte und Produktionsprozesse bis zu Energieeinsparprojekten bei Kunden) vor. Daraus müssen drei Maßnahmen zur operativen Umsetzung ausgewählt und bis spätestens 2015 umgesetzt werden. Die Maßnahmenblöcke sind so konzipiert, dass sowohl energieintensive Unternehmen als auch reine Dienstleistungsunternehmen dem Pakt beitreten können. Weiters ist ein jährlicher Bericht über Umsetzung, Zielerreichung und Einsparungen vorgesehen.

In der Energiestrategie Österreich kommt der Energieeffizienz besondere Bedeutung zu. Bis 2020 ist die Stabilisierung des Bruttoendenergieverbrauchs auf dem Niveau des Jahres 2005 bei 1.100 Petajoule festgeschrieben. EU-weit muss die Energieeffizienz bis 2020 um 20 Prozent gesteigert werden. "Dieses Ziel können wir nur gemeinsam erreichen - der Bund, die Länder, die Gemeinden, die Unternehmen und auch die Konsumenten sind gefordert", bekräftigt Mitterlehner. Daher setzt Mitterlehner auf mehr Bewusstseinsbildung und forciert vor allem die thermische Sanierung von Gebäuden durch die 2012 erneut mit 100 Millionen Euro dotierte Förderaktion. Zudem arbeitet das Wirtschafts- und Energieministerium derzeit an einem Bundes-Energieeffizienzgesetz.

OMV, McDonald's Österreich, Mondi und Kraft Foods machen mit

Die teilnehmenden Firmen unterstützen die Ziele des "Pakt für Energieeffizienz" und zeigen durch ihre eigenen Produkte, Dienstleistungen und Technologien den Weg in ein modernes Energiesystem auf.

"Als Öl- und Gasunternehmen ist für die OMV ein verantwortungsvoller Umgang mit unseren Energieressourcen eine klare Haltungsfrage. Deshalb unterstützen wir den Pakt bereits durch eine Reihe gesetzter und künftiger Maßnahmen. So ist die Raffinerie Schwechat der erste Standort in Österreich mit implementiertem und zertifiziertem Energiemanagementsystem nach ISO 50001. Weiters wurden und werden eine Reihe von Maßnahmen für einen effizienten Gastransport gesetzt. Ebenso ist ein Konzept zur energetischen Optimierung im Bürogebäude in Umsetzung und umfasst konkrete Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches für Beheizung und Beleuchtung der Büros. Aber ebenso steht die Bewusstseinsbildung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hin zu einem energiesparenden Verhalten im Fokus", betont Gerhard Roiss, OMV CEO.

Zudem soll noch im Jahr 2012 mit der Errichtung einer Niedrigenergie-Tankstelle begonnen werden. Die erwartete Energieeinsparung beträgt 30-50 Prozent gegenüber einer herkömmlichen Tankstelle.

"McDonald's Österreich verfolgt eine Umweltstrategie, die Wachstum mit hoher Verantwortung verbindet und Umwelteinwirkungen so weit wie möglich reduzieren möchte. Unsere Herausforderung ist dabei, innovative Lösungen für den Gastronomiebereich zu entwickeln. Der "Pakt für Energieeffizienz" ist eine gute Möglichkeit, Engagement sichtbar zu machen, aber auch voneinander zu lernen und gemeinsam Ziele im Interesse der Umwelt schneller zu erreichen. Daher sind wir gerne Partner", so Andreas Schwerla, Managing Director von McDonald's Österreich.

Mithilfe intelligenter Energiemanagementsysteme gelingt es, die bestehenden Strukturen zu optimieren und vorhandene Einsparungspotenziale dauerhaft zu nutzen. Dabei wird der Verbrauch sämtlicher Geräte im Restaurant gemessen und überprüft - unüblich hohe Verbräuche werden angezeigt. Unnötiger Energieverbrauch wird vorab definiert, wie beispielsweise Licht im Restaurant an sonnigen Tagen, tagsüber beleuchtete Logos oder die Anzahl der in Betrieb gehaltenen Geräte in der Küche. Mit diesen und weiteren Maßnahmen wird der Energieverbrauch in den bestehenden österreichischen McDonald's Restaurants um mehr als 10 Prozent gesenkt. Ebenso wurde ein Energiespar-Handbuch für alle Franchisenehmer und Mitarbeiter aufgelegt, das die wichtigsten Maßnahmen in den drei Bereichen "Operative Abläufe", "Technik" und "Geräte/Ausstattung" zusammenfasst sowie eine Checkliste für den wöchentlichen Effizienz-Check enthält.

Mondi steht weltweit für einen nachhaltigen Umgang mit Rohstoffen und für umweltschonende Produktionsbedingungen. Mondi hat sich dahingehend verpflichtet, seine Energieintensität zu verbessern und den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid, verursacht durch fossile Brennstoffe, zu reduzieren. "In diesem Sinne werden wir unter anderem die Energieeffizienz unserer Produktionsprozesse weiter verbessern und den bereits erheblichen Gebrauch von kombinierter Wärme- und Stromerzeugung (CHP) zur Energiegewinnung maximieren. Darüber hinaus werden wir den CO2 Fußabdruck weiter reduzieren, indem wir den bereits hohen Gebrauch von Kohlenstoff-neutralen Biobrennstoffen für die Energiegewinnung erhöhen. Bei Mondi werden bereits über 57 Prozent der Energie aus erneuerbaren Quellen bezogen, wodurch unsere Papierfabriken Selbstversorger, ja sogar Nettoenergielieferanten sind", so Peter Oswald, CEO von Mondi Europe & International.

Ein weiteres Beispiel: Am polnischen Standort in Swiecie wurde 2009 mit der "ECO7" eine höchst umweltschonende Maschine für leichtgewichtige Wellpappe-Rohpapiere auf Altpapierbasis in Betrieb genommen: Pro Tonne erzeugtem Papier verbraucht die Maschine im Vergleich zu anderen kleinen und mittelgroßen Anlagen 20 Prozent weniger Dampf, 30 Prozent weniger Elektrizität und 40 Prozent weniger Wasser.

Der bewusste Umgang mit Energie und Ressourcen ist für Kraft Foods ein wichtiges Thema. Deshalb hat sich das Unternehmen ehrgeizige Ziele gesetzt, um die Umweltbelastungen bis 2015 weltweit zu verringern. So soll beispielsweise der Energieverbrauch in den Werken um 15 Prozent reduziert werden. Und auch Kraft Foods in Österreich leistet mit zahlreichen Projekten einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieser Ziele und nimmt die Herausforderungen der Zukunft bereits heute in Angriff.

"Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen entschlossen, dem 'Pakt für Energieeffizienz' beizutreten. Als strategischer Rahmen gibt die Initiative Kraft Foods einerseits die Möglichkeit, in seiner Rolle als verantwortliches Unternehmen der österreichischen Wirtschaft bei der Erreichung energie- und klimapolitischer Ziele aktiv mitzuarbeiten und andererseits auch intern die Nachhaltigkeitsagenda voran zu treiben. So steht für 2012 neben der umfassenden thermischen Sanierung des Bürogebäudes in 14. Wiener Bezirk auch eine groß angelegte, interne Kampagne zur Bewusstseinsbildung und Verhaltensänderung bei Mitarbeitern in Bezug auf Umwelt- und Klimaschutz im Fokus", bekräftigt Andreas Kutil, Geschäftsführer von Kraftfoods.

Neue Teilnehmer gesucht: Machen auch Sie mit Ihrem Unternehmen mit!

Die Teilnahme am "Pakt für Energieeffizienz" steht allen Unternehmen offen. Interessierte Betriebe können eine E-Mail an pakt-energieeffizienz@bmwfj.gv.at schicken und den Kriterienkatalog anfordern, wenn Sie die Initiative unterstützen und im eigenen Wirkungsbereich entsprechende Maßnahmen forcieren wollen.

Die zehn Ziele der Initiative sind auf der Homepage des BMWFJ (www.bmwfj.gv.at) unter der Rubrik "Zehn Punkte für mehr Energieeffizienz" abrufbar. Dort sind auch die Effizienzmaßnahmen aller teilnehmenden Unternehmen im Detail aufgelistet. Teil der Initiative Mitterlehners und Gründungsteilnehmer des "Pakt für Energieeffizienz" sind die Unternehmen Philips, Rewe, Siemens und Verbund.

Rückfragen & Kontakt:

Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend
Pressesprecher des Bundesministers:
Mag. Waltraud Kaserer
Tel.: +43 (01) 71100-5108 / Mobil: +43 664 813 18 34
waltraud.kaserer@bmwfj.gv.at
www.bmwfj.gv.at

Mag. Volker Hollenstein
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