Play Fair 2012: Kein Spiel mit ArbeiterInnen-Rechten!

Die Clean Clothes Kampagne deckt erste Fouls bei der Produktion von Maskottchen für die Olympischen Spiele 2012 auf.

Wien (OTS) - Die Vermarktung der Olympischen Sommerspiele in
London ist ein großes Geschäft. Die Veranstalter gehen davon aus, dass der Verkauf von Produkten mit den beiden Maskottchen Wenlock und Mandeville 1 Milliarde Pfund (ca. 0,7 Mrd. Euro) einbringen wird. Die Kosten dafür tragen die chinesischen ArbeiterInnen, die diese Artikel unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen herstellen: schon seit Monaten schuften sie in bis zu 24-Stunden-Schichten, für niedrige Löhne und unter häufig gefährlichen Arbeitsbedingungen. Das belegt ein aktueller Bericht von Play Fair, der internationalen Kampagne für faire Arbeitsbedingungen, die von Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen wie der Clean Clothes Kampagne getragen wird.

Die hohen Ideale von Ethik und Fairness, denen sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) seit Jahren verschreibt, haben die systematische Ausbeutung von Beschäftigten in der Werbemittel- und Sportartikelindustrie nicht verhindert. Der Verhaltenskodex, den das Organisationskomitee der olympischen Spiele in London LOCOG seinen LizenznehmerInnen und ihren Zulieferbetrieben auferlegt, wurde in den zwei untersuchten Fabriken in der chinesischen Provinz Guangdong in allen Bereichen verletzt, wie der Play Fair Bericht belegt. Die Löhne decken mit rund120 Euro nicht einmal die Hälfte der Lebenskosten der ArbeiterInnen ab. Die Beschäftigten arbeiten bis zu 100 Überstunden pro Monat, obwohl das chinesische Gesetz maximal 36 Überstunden pro Monat erlaubt. Um mit den niedrigen Löhnen überleben zu können, wohnen die ArbeiterInnen in billigen, aber engen und schäbigen Fabriksunterkünften. Oftmals teilen sie sich zu zwölft ein einziges Zimmer. Eine Arbeiterin klagt:
"Der Betrieb behandelt uns nicht wie Menschen. Das Essen, das wir bekommen, ist schlimmer als Schweinefutter." Beschweren sich die ArbeiterInnen, werden sie mit Strafzahlungen mundtot gemacht. Auch die im Verhaltenskodex zugesicherte Versammlungsfreiheit ist nicht gewährleistet.

Die Olympischen Komitees und ihre LizenznehmerInnen müssen Verantwortung für diese Verstöße übernehmen und dafür Sorge tragen, dass die Ausbeutung der Beschäftigten beim Produktionswettlauf für die Olympischen Spielen nicht toleriert wird, fordert daher die Play Fair Kampagne. Das Organisationskomitee für die Londoner Spiele LOCOG hat - zu spät aber doch - seine Verantwortung wahrgenommen: Sie arbeiten jetzt mit Play Fair zusammen und haben konkrete Vereinbarungen für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen getroffen. "Die Vereinbarung von LOCOG und Play Fair ist ein gutes Beispiel wie gemeinsam Schritte für faire Arbeitsbedingungen gesetzt werden können. Wir erwarten das auch vom internationalen olympischen Komitee. Das Österreichische Olympische Komitee muss ebenfalls seinen Beitrag leisten und seinem Bekenntnis zu sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit nachkommen, das es bereits bei den letzten Olympischen Sommer-Spielen 2008 gemacht hat!", fordert Stefan Kerl von der Clean Clothes Kampagne.

Nähere Informationen und durckfähiges Bildmaterial:
www.cleanclothes.at/presse

Rückfragen & Kontakt:

Stefan Kerl
Clean Clothes Kampagne Österreich
Tel.: 01 405 55 15 - 303
E-Mail: stefan.kerl@suedwind.at
www.cleanclothes.at

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