"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Kusch, Volksvertreter"

Widerstand gegen Selbstkastration ein Putsch? Kleinformatiger geht's nimmer.

Wien (OTS) - Das ist kleinformatigste Diskussionskultur. Die Regierung schustert Last Minute eine Verkleinerung der Parlaments als "Beitrag der Politik" in ihr 26-Milliarden-Sparpaket. Viele Abgeordnete mosern darüber hinter vorgehaltener Hand. Ein paar erlauben sich die Courage, ein Vorhaben, das bestenfalls ein paar Millionen bringt, auch öffentlich zu kritisieren.
Von der Krone gibt es dafür nach einem erfolglosen Warnschuss die verbale Hinrichtung. Sie erklärt die aufmüpfigen gewählten Volksvertreter zu "Putschisten".
Greift Peter Gnam zum Staatsstreich-Alarmismus, weil die naheliegenden Vorurteile nicht mehr greifen? Denn einigen ist nicht

einmal zu unterstellen, dass sie um ihr eigenes Mandat kämpfen. Einer der "putschenden" VP-Abgeordneten scheidet 2013 auf eigenen Wunsch aus dem Parlament aus. Die grüne Klubchefin muss auch bei einer Abgeordneten-Schrumpfkur, die sie als "populistisch" geißelte, nicht als Erste um ihren Job zittern.

Aber keine Sorge, Kanzler Krone: Die Mehrheit der rot-schwarzen Mandatare wird ihre Selbstkastration brav abnicken (siehe Bericht Seite 2). Alles andere wäre ein politisches Wunder. Oder der schlagkräftigste Beweis, dass es doch nicht gleichgültig ist, wer auf wie vielen Abgeordneten-Drehsesseln im Hohen Haus sitzt.

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