Wirtschaftspolitischer Aschermittwoch I: Leitl: Jetzt Weg in Erneuerung starten

Stabile Gesellschaft braucht Wirtschaft mit Werten und Verantwortung - Jungen und Älteren eine Chance geben - Gemeinsam Vision "Österreich 2022" verfolgen

Klagenfurt, 22. Februar 2012 (OTS/Text) - "Eine stabile
Gesellschaft braucht eine Wirtschaft mit Werten und Verantwortung. Wir können stolz sein auf unsere Österreichischen Unternehmen, die neben ihrer betriebswirtschaftlichen Verantwortung auch ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen. Das beweisen 50.000 neu geschaffene Arbeitsplätze im letzten Jahr, wie auch die Leistungen der Wirtschaft für die Ausbildung unserer Jugend oder auch ihre Steuern und Abgaben, mit denen sie das System und unseren Wohlstand erhalten", betont Wirtschaftsbund-Präsident Chistoph Leitl im Rahmen seiner Aschermittwochsrede und ruft gleichzeitig zu mehr Besinnung auf. "In 'Besinnung' steckt das Wort 'Sinn'. Wir sind alle aufgefordert, den Sinn unseres Handelns und unseres Wirtschaftens zu hinterfragen und im Einklang mit den Herausforderungen der Zukunft neu zu orientieren. Das ist der Grund, weshalb wir den wirtschaftspolitischen Aschermittwoch ins Leben gerufen haben." ****

"Wer nicht die Kraft hat, sich zu erneuern, hat auch keine Energie, um zu wachsen. 'Erneuern statt besteuern' war deshalb unsere Devise", betont der Wirtschaftsbund-Präsident, der bedauert, dass dieser Weg in der Koalition nur teilweise durchsetzbar war. "Nur fünf Prozent weniger Ausgaben bei Bund, Länder und Gemeinden und wir hätten kein Defizit. Stattdessen haben wir ein Sparpaket, in dem weiter Schulden angehäuft werden", so die kritischen Worte von Christoph Leitl. Jetzt gelte es, neue Synergieprojekte in Angriff zu nehmen und in die Zukunft zu investieren. "Ziel muss sein, dass wir kein weiteres Sparpaket mehr bekommen. Jetzt müssen wir den Weg in die Erneuerung starten - und zwar nicht gegeneinander sondern miteinander, um 'Abkassierpakete' der Zukunft zu vermeiden."

Ein verstärktes "miteinander statt gegeneinander" fordert der Wirtschaftspolitiker vor allem von der Bundesregierung: "Für manche bedeutet 'sozial gerecht', anderen etwas wegzunehmen. Von dieser Mentalität müssen wir wegkommen. Vielmehr müssen wir uns der Frage stellen: Wie können wir gemeinsam besser und kostengünstiger werden. Die Steiermark hat uns gezeigt, wie es gehen könnte. Voves und Schützenhöfer arbeiten zusammen und bemühen sich, Probleme zu lösen. Auch Vizekanzler Michael Spindelegger engagiert sich für Lösungen in diesem Land, und wir geben ihm den nötigen Flankenschutz."

"Wir haben mit dem Reformpaket viel erreicht. Standortschädliche Belastungen wie Erbschafts-, Schenkungs- und Vermögenssteuer konnten wir verhindern. Nicht alles, was einer parteipolitischen Positionierung dienlich ist, ist auch standortverträglich", so Leitl, der gleichzeitig auf die negativen Entwicklungen für ältere Arbeitnehmer hinweist. "Den Unternehmen wird ständig vorgeworfen, dass sie Älteren keine Chance geben. Wenn dann aber der Lohnnebenkostenvorteil für ältere Arbeitnehmer gestrichen wird, ist das ein Widerspruch, der nicht nachvollziehbar ist. Gerade hier den Anreiz wegzunehmen, ist mehr als kontraproduktiv." Was die hohe Zahl der Frühpensionen betrifft, so nimmt der Wirtschaftsbund-Präsident die Politik in die Pflicht: "Wenn der Staat eine Türe aufmacht, die es ermöglicht, in Frühpension zu gehen, darf man den Menschen keinen Vorwurf machen, wenn sie diese Möglichkeit in Anspruch nehmen. Der Staat ist aufgefordert, diese Türe zu schließen", verdeutlicht Leitl.

Neben besseren Chancen für die Älteren richtet der Wirtschaftsbund-Präsident einen kräftigen Appell in Richtung Jugend-Förderung. "Wir haben in Österreich jährlich 10.000 Jugendliche, die nach der Pflichtschule keinen Weiterbildungsweg einschlagen, die mit 15 Jahren keine Zukunftsperspektiven haben. Sie wurden von der Gesellschaft völlig ausgeblendet. Wir als Wirtschaft haben uns ihrer angenommen", stellt Leitl klar, und weiter: "Ich kenne keinen jungen Menschen, der keine Begabung hätte. Doch man muss ihn bei der Hand nehmen, auf ihn eingehen und nicht so lange warten, bis er isoliert ist."

"Hört den Aufschrei unserer Jugend", appelliert Christoph Leitl, der zu einer gemeinsamen "Generationenpartnerschaft" aufruft. Nur gemeinsam können Antworten auf die Fragen der Zukunft erarbeitet werden. "Wir können stolz auf Österreich sein, doch wo stehen wir in zehn Jahren? Wir brauchen einen Zukunftsplan für 2022, um auch der nächsten Generation Zukunftsperspektiven geben zu können", so er Wirtschaftsbund-Präsident und betont abschließend: "Diese Vision erfordert die Zusammenarbeit von Regierung, Opposition und Sozialpartnern. Statt die Zukunft mit kleinlichen parteipolitischen Streitereien und Schulden aufs Spiel zu setzen, sind alle Beteiligten gefordert, gemeinsam die Vision für Österreich zu verfolgen."

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