VP-Leeb: Systematischer Missbrauch in Wiener Heimen bestätigt

Wien (OTS) - Als bestürzend und zutiefst beschämend bezeichnete heute die Abgeordnete der ÖVP Wien Isabella Leeb den Bericht des Kinderpsychiaters Ernst Berger im Ö1 Morgenjournal über den systematischen Sadismus, der in Wiener Heimen bis weit in die 90er an den der Stadt Wien anvertrauten Kindern betrieben wurde. "Man hätte es wissen können, wenn man nur gewollt hätte - denn bereits der Bericht der späteren SPÖ-Abgeordneten Irmtraut Karlsson Mitte der 70er Jahre zeigte, dass in Wiens Kinderheimen nicht alles mit rechten Dingen zuging. Der Bericht durfte damals, wie bereits bekannt, auf Betreiben der SPÖ nur zensuriert veröffentlicht werden. Man soll aber bitte ja nicht glauben, dass dies alles heute nicht mehr möglich ist - auch wenn es heute keine Großheime mehr gibt, sondern Wohngemeinschaften, die von Erzieherteams geleitet werden. Die Wiener Jugendwohlfahrt leidet nach wie vor, wie mehrfach von Seiten der Volksanwaltschaft bestätigt, an einem eklatanten Mangel an Personal und finanziellen Mitteln. Dabei sind unzureichende finanzielle und personelle Ausstattung möglicherweise der Nährboden für die Skandale von morgen, die dann auch wieder, vielleicht Jahrzehnte zu spät, an die Öffentlichkeit gelangen. Hier gilt es nach dem Bekanntwerden der Missbrauchsfälle ein wachsames Auge darauf zu haben, dass die zu betreuenden Kinder nunmehr das bestmögliche Umfeld vorfinden. Wir werden Stadtrat Oxonitsch hier nicht aus der Verantwortung lassen", so Leeb.

Persönlich betroffen mache sie aber, dass es die Stadt Wien bis dato nicht der Mühe wert gefunden habe, sich aufrichtig und ehrlich bei allen Betroffenen zu entschuldigen. Auch bei jenen, die sich noch nicht gemeldet haben und dies vielleicht aus verständlichen Gründen nie tun werden. "Die Einrichtung von Kommissionen und Ombudsstellen ist eine notwendige Maßnahme. Viel wichtiger aber wäre es Courage zu zeigen und um Verzeihung zu bitten. Das ist ein Gebot des Anstandes. Die derzeit politisch Verantwortlichen sind aufgefordert, im Namen der Stadt Wien aufrichtig und ehrlich bei allen Opfern um Verzeihung zu bitten. Sonst verkommen die Aktivitäten der Stadt in diesem Zusammenhang zu einer reinen PR-Aktion", so Leeb abschließend.

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