Huainigg am Aschermittwoch: "Triple B" für behinderte Menschen!

Barrierefreiheit, Beschäftigung und selbst bestimmtes Leben sollen frischen Wind in die Politik bringen

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Wir behinderte Menschen brauchen nicht das Triple A: Armes Hascherl, Ausgesondert, Arbeitslos -, sondern das Triple B: barrierefrei, beschäftigt und selbst-bestimmt", plädiert der ÖVP-Sprecher für Menschen mit Behinderungen Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg in seiner heutigen Aschermittwochrede für Leistungsgerechtigkeit. Behinderte Menschen müssen etwas leisten dürfen. Vielfach sind diese Menschen hoch motiviert, werden aber vom System behindert. Wenn junge Menschen mit 18 Jahren in Frühpension geschickt werden, nur weil sie nach einem Motorradunfall im Rollstuhl sitzen, raubt man ihnen die Lebensperspektive, daher braucht es statt Frühpension eine Lebens- und Arbeitsvision.

Die Themen Leistungsgerechtigkeit und gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben von Menschen mit Behinderungen ziehen sich wie ein roter Faden durch Huainiggs Statements und Forderungen am Aschermittwoch. So spannt er den Bogen von den Pensionen über die Schule und das Gericht bis hin zum ORF und erzählt schließlich noch von seiner ganz persönlichen Geschichte als Politiker im Rollstuhl.

Nachfolgend Auszüge aus der Aschermittwochrede des ÖVP-Sprechers für Menschen mit Behinderung:

"Wir müssen behinderten Menschen etwas zutrauen! Inklusion beginnt im Lehrerzimmer. Die pädagogischen Hochschulen müssen sich für behinderte Studentinnen und Studenten öffnen. Die Schule braucht die besten Lehrerinnen und Lehrer und diese sind auch im Rollstuhl zu finden oder können zufällig nicht hören oder sehen. Nicht jede/r Lehrer/in, die/der derzeit in der Klasse steht, ist dazu auch geeignet. Eine körperliche Behinderung wäre da oft die kleinste Behinderung."

"Auch eine blinde Richterin sollte möglich sein! Bereits 2006 wurde im Behindertengleichstellungsgesetz der Berufszugang geöffnet. Eine blinde Tirolerin hat es versucht. Sie ist gescheitert, mit dem Argument, sie könne sich kein objektives Bild von der Wahrheit machen. In Deutschland gibt es 60 blinde Richter und in Großbritannien gab es sogar einen blinden Minister. Justitia im Parlament urteilt bekanntlich blind, mit verbundenen Augen. Nur so kann man sich ein objektives Bild von der Wahrheit machen."

"Der ORF erfüllt die Einstellungspflicht von behinderten Menschen nicht. Österreichs Leitmedium leitet uns auch in diesem Punkt auf den falschen Weg. Dabei hätte ich gar nicht so wenige Ideen für ein Fernsehprogramm für wirklich alle:

  • "Licht ins Dunkel" wird z.B. umbenannt in "Nicht ins Dunkel",
  • der Kaiser schafft die Abschaffung von Barrieren in ganz Österreich an,
  • es gäbe Moderationen auch in Gebärdensprache,
  • einen ZiB-Moderator im Rollstuhl,
  • ein neues Talkradio "Blind Date" mit einer blinden Moderatorin,
  • einen blinden Seitenblicke-Moderator, für den dann die Arbeit auch erträglicher sein dürfte."

"Ein fragwürdiges Gleichheitsverständnis hat die SPÖ, wenn es um Leben und Lebenschancen geht. Sie verlangt eine generelle Einführung der Präimplantationsdiagnostik (PID) ohne Wenn und Aber. Damit wir alle künftig auf Nummer sicher gehen können. Damit wir in einer schönen, neuen Designer-Baby-Welt leben können. Damit es einmal niemanden mehr gibt, der einen mit alternativen Aschermittwochreden nerven kann."

Wer Franz-Joseph Huainiggs Live-Rede verpasst hat, hat die Möglichkeit, sie via Youtube in voller Länge zu sehen:
http://www.youtube.com/user/franzjospephhuainigg
(Schluss)

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