Filmverbände gegen Auflösungsabgabe

Wien (OTS) - Während in einer gerade ergangenen Pressemitteilung der Stadt Wien die Aktion "Eine Stadt - ein Film" gerade als dreifacher Gewinn, sozusagen "eine win-win Situation für alle Beteiligten im österreichischen Film" begrüßt wurde, hat die Bundesregierung in das Stabilitätspaket eine Maßnahme verpackt, die für die gesamte Kulturbranche, vor allem aber auch für die Filmwirtschaft, deutlich erhöhte Kosten mit sich bringt und auf die Anstellungsspezifika dieser Branche in keiner Weise Bezug nimmt.

Vorgesehen ist im § 2 b des AMBFG neu, eine Arbeitgeberabgabe für die Auflösung von jeder Art von Dienstverhältnissen in der Höhe von Euro 110,-- pro DienstnehmerIn.

Zwar sind die Dienstverhältnisse, die innerhalb eines Jahres bei einem Arbeitgeber nicht mehr als max. 2 Monate dauern, davon ausgenommen, doch hilft dies allenfalls jenen Filmbereichen, wo besonders kurze Projektzeiten üblich sind, z.B.: im Werbefilm. Im Fernsehfilm, TV, Doku- Bereich und beim Kinofilm sind Drehzeiten um die 2 Monate durchaus üblich und eine Vielzahl von Angestellten befristet beschäftigt.

Der Fachverband der Film- u. Musikindustrie hat im laufenden Begutachtungsverfahren schon deutlich gegen die vorliegende Auflösungsabgabe Stellung genommen.

Die Verbände der Filmwirtschaft AAFP und Film Austria kritisieren die Tatsache, dass jene Bereiche, in welchen atypische Beschäftigungsverhältnisse die Regel sind, hier besonders betroffen sind.

Es sei absurd, so der Präsident des Verbandes Film Austria, Veit Heiduschka, dass einerseits die Filmwirtschaft als Teil der Cultural Industries von der öffentlichen Hand gefördert werden wird, auf der anderen Seite unter dem Deckmantel der Budgetkonsolidierung Kostenbelastungen eingeführt werden, die im Filmbereich nur kontraproduktiv sind. Durch die mit der Abgabe verbundenen Kosten wird sich die prekäre Situation der Filmschaffenden nur verschlechtern und werden Produktionen teurer - auch zu Lasten der Förderungen der öffentlichen Hand.

Die Abgrenzung zwischen Künstlern, Dienstnehmern und Kleinunternehmern führt im Bereich der Kulturindustrien ohnehin immer wieder zu Abgrenzungsproblemen, so die Präsidentin des Filmverbandes AAFP, Gabriele Kranzelbinder. Eine weitere administrative und kostenmäßige Belastung in diesem, typischerweise durch Projektarbeitsverhältnisse gekennzeichneten Bereich, wird diese Unsicherheit nur erhöhen.

Die Verbände der Filmwirtschaft sprechen sich für eine intelligente Lösung aus, die die Bereiche der Filmwirtschaft, aber auch andere Bereiche der Kulturwirtschaft, die durch solche projektbezogenen Dienstverhältnisse gekennzeichnet sind, per se ausnimmt. Beschäftigungsverhältnisse in der Filmproduktion sind wohl auch nicht mit Saisonarbeit, wie bei der Bauwirtschaft und beim Tourismus, zu vergleichen und müssen für unterschiedliche arbeitsrechtliche Gegebenheiten unterschiedliche Lösungen gefunden werden.

Die Filmverbände begrüßen die Ziele, der Budgetstabilität und der Konsolidierung über das Sparpaket; eine derart undifferenzierte Lösung schadet aber dem Filmstandort und damit indirekt wohl auch jenen budgetären Mehreinnahmen, die mit einer erfolgreichen Filmproduktionslandschaft und einem vitalen Filmstandort verbunden sind.

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