Morgen, 21.2., ist der Tag der Muttersprache - Kinder mit Hörbehinderungen sind benachteiligt!

Die Gebärdensprache ist die Muttersprache für gehörlose Menschen. Da diese nicht gelebt wird, bleiben gehörlose Menschen oftmals isoliert.

Wien (OTS/Licht für die Welt) - Gebärdensprache ist nicht alltäglich und daher wird auch in Österreich Menschen mit Hörbehinderungen der Zugang zu Bildung nach wie vor erschwert. In Entwicklungsländern sind gehörlose Kinder oftmals komplett von ihrer Umgebung isoliert. LICHT FÜR DIE WELT unterstützt Projekte, in denen Kinder und Erwachsene mit Hörbehinderungen Unterstützung erhalten.

Die UNESCO macht morgen, am 21. Februar 2012, dem Internationalen Tag der Muttersprache, auf die Sprachen von Minderheiten und deren Diskriminierung aufmerksam. Besonders im Schulunterricht sollen die jeweiligen Muttersprachen der Kinder nicht verloren gehen.

Gebärdensprache ist die Muttersprache von gehörlosen und hörbehinderten Menschen. In Österreich sprechen etwa 10 000 Menschen die österreichische Gebärdensprache, die 2005 als offizielle Sprache in der Bundesverfassung anerkannt wurde. Das Recht auf bilinguale Bildung und Gebärdensprache im Unterricht ist im bestehenden österreichischen Bildungssystem dennoch nicht verankert. Gehörlose und gehörbeeinträchtigte Kinder werden dadurch häufig ausgegrenzt und erhalten nicht die Förderung, die ihnen zusteht.

Weltweit sind Menschen, die in Gebärdensprache kommunizieren, meist gezwungen, sich an die Lautsprache anzupassen. Dabei ist die Muttersprache von zentraler Bedeutung für die kindliche Entwicklung. Sie ermöglicht hörbehinderten und gehörlosen Kindern Kommunikation mit ihrer Familie, im Kindergarten und in der Schule, so können sie auf direktem Weg ihre Bedürfnisse ausdrücken und ihrem Alter entsprechend die Welt erfahren.

"Gehörlose und gehörbehinderte Kinder in Entwicklungsländer haben meist keinen Zugang zu Bildung und anderen grundlegenden Menschenrechten. LICHT FÜR DIE WELT unterstützt wichtige Aktivitäten in Äthiopien, Burkina Faso und Papua Neuguinea, damit gehörlose Kinder und Jugendliche die Chance bekommen, um in Gebärdensprache -ihrer natürlichen Muttersprache - zu kommunizieren", so beschreibt Rupert Roniger, Geschäftsführer von LICHT FÜR DIE WELT, die Anstrengungen der Hilfsorganisation.

In Shinchito, im Süden Äthiopiens, unterstützt LICHT FÜR DIE WELT eine sehr engagierte lokale Initiative, die regelmäßigen Unterricht in Gebärdensprache für 100 hörbehinderte Kinder und deren Eltern bietet. Die Kinder werden so auf den Schulunterricht vorbereitet. Darüber hinaus werden Lehrkräfte der regulären Schulen in Gebärdensprache ausgebildet.
In Papua Neuguinea fördert LICHT FÜR DIE WELT mit Finanzierung der Europäischen Union ein mehrjähriges landesweites Programm, das Kinder mit Hörbehinderungen Zugang zu Gesundheit und Bildung ermöglicht. Dabei werden die Kinder und ihr soziales Umfeld in Gebärdensprache unterrichtet.

ÖGLB (Österreichischer Gehörlosenbund), VÖGS (Verein Österreichischer Gehörloser Studierender) und das ServiceCenter ÖGS.barrierefrei veranstalten am Dienstag, den 21.02.2012 ab 15 Uhr einen Flashmob, um auf die Gebärdensprache als Erst- und Unterrichtssprache aufmerksam zu machen. Treffpunkt vor dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur am Minoritenplatz 5 in 1010 Wien. Siehe auch:
http://de-de.fbjs.facebook.com/events/235746229846152/

Rückfragen & Kontakt:

LICHT FÜR DIE WELT
Margit Draxl
Pressesprecherin
Tel.: +43/676/487 000 7 bzw. +43/1/810 1300-59
m.draxl@licht-fuer-die-welt.at
www.licht-fuer-die-welt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | CBM0001