SJÖ ad Kurz: ÖVP-Motto lautet "Geldstrafen statt Bildungsreformen"

Kurz sollte Studien, auf die er sich bezieht, besser lesen. Abbau der Bildungsbarrieren muss oberste Priorität haben!

Wien (OTS) - "Obwohl schon 10 Monate im Amt, glaubt Integrationsstaatssekretär Kurz offenbar immer noch, mittels Strafen Integrations- und Bildungspolitik betreiben zu können. Es scheint das Ziel der ÖVP zu sein, am mittelalterlichen Zustand des Bildungssystems möglichst wenig zu verändern, die davon in Mitleidenschaft gezogenen Schülerinnen und Schüler aber möglichst hart zu bestrafen, wenn sie der Schule fernbleiben", hält Wolfgang Moitzi, Vorsitzender der Sozialistischen Jugend, fest. Im 21. Jahrhundert seien aber modernere Wege gefragt als "eine Rückkehr zur Rohrstaberl-Pädagogik", die offenbar in der Volkspartei trotz der Pensionierung Gehrers immer noch auf der Tagesordnung stehe und in JVP-Obmann Kurz einen neuen Verfechter gefunden habe. "Jahrzehntelange Blockadehaltung der ÖVP in Sachen Bildungspolitik haben dazu geführt, dass unser Schulsystem heute für viele Jugendliche nicht attraktiv ist. Anstatt an der Attraktivierung des Systems und der Beseitigung bestehender Missstände zu arbeiten, liebäugelt Kurz mit hohen Geldstrafen für Jugendliche. Das ist sowohl aus bildungs- als auch aus jugendpolitischer Sicht absolut kontraproduktiv."

"Kurz sollte die Studie besser lesen, auf die er sich bezieht, damit er keine falschen Schlüsse mehr zieht", empfiehlt Moitzi. Dass in Österreich 75.000 Jugendliche ohne Schule, Fortbildung und Arbeit dastehen, seien Alarmsignale und müssten auf bildungs- und arbeitsmarktpolitischer Ebene gelöst werden. "In der Studie 'Junge Menschen ohne (Berufs-)Ausbildung' werden ausdrücklich folgende Lösungswege aufgezeigt: Abbau der Bildungsbarrieren im Schulsystem, Ausbau der Ganztagsschulen, Verstärkung der finanziellen Mittel für die Sprachförderung, Einführung einer Gesamtschule, bessere Frühförderung", erklärt der SJ-Vorsitzende. Statt endlich den Weg für die Verbesserung des österreichischen Bildungswesens freizumachen, lege sich die ÖVP aber lieber gegen alle Veränderungen quer. "Anstatt Barrieren abzubauen, will die ÖVP bestehende erhalten und zusätzliche errichten - wie etwa mit der 'mittleren Reife' oder Leistungstests für Kindergartenkinder. Während Kurz von besserer Förderung schweigt, redet er von Geldstrafen - das ist bezeichnend.

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