AKNÖ-Haneder: "Hände weg von bestehenden Verträgen"

Geplante Einsparungen bei Bausparverträgen wären "grober Vertrauensbruch"

Wieb (OTS/AKNÖ) - Die niederösterreichische Arbeiterkammer warnt davor, die Prämien auch für bestehende Bausparverträge zu halbieren, wie das die Bundesregierung plant. AKNÖ-ExpertInnen befürchten eine Kostenlawine für Betroffene und Engpässe bei der günstigen Baufinanzierung. AKNÖ-Präsident Hermann Haneder bezeichnet die Pläne als "groben Vertrauensbruch".

In Österreich gibt es wenig, das so viel Vertrauen erwecken würde wie ein Bausparvertrag. Nicht nur der Tradition wegen, diese Sparform gibt es seit 1925. Er ist mündelsicher, und bringt vergleichsweise hohe Zinsen, wenn man die staatliche Prämie von derzeit 3 % mit einrechnet. "5,5 Millionen Menschen haben einen Bausparvertrag. Aus den eingesparten Geldern werden attraktiv verzinste Bauspardarlehen vergeben. Diese sind für viele Menschen die beste Möglichkeit sicher und kostengünstig zu einem Eigenheim zu kommen", sagt AKNÖ-Finanzexperte Ernst Hafrank.

Kürzt die Bundesregierung die Prämie wie geplant von drei auf eineinhalb Prozent, könnte das "sehr unangenehme Folgen" haben, wie es Hafrank formuliert: "Viele Menschen würden dann ihre Bausparverträge auflösen oder in Zukunft keine neuen abschließen. Damit würde es weit weniger Kapital für Bauspardarlehen geben." Für HäuselbäuerInnen brächte das längere Wartezeiten auf ein günstiges Darlehen und höhere Kosten für die Zwischenfinanzierung. "Aus unserer Erfahrung wissen wir: Jedes Mal, wenn die Eigenheimfinanzierung teurer wird, wittern unseriöse FinanzdienstleiterInnen ihre Chance und die Menschen lassen sich einfacher von windigen Angeboten überzeugen", befürchtet Hafrank.

Kosten von 500 Mio. Euro befürchtet

Auf BausparerInnen könnte eine Kostenlawine zukommen: "Wer seinen Vertrag auflöst, muss nicht nur die Prämien zurückzahlen sondern muss auch Verwaltungskosten von durchschnittlich 90 Euro berappen." Würden alle BausparerInnen ihre Verträge auflösen, würde das die Betroffenen bis zu 500 Millionen Euro kosten, rechnet der Experte vor. "Und das für Einsparungen, die nur einen Bruchteil davon bringen". Neben der Bezahlung des Verwaltungskostenbeitrages der Bausparkassen, müssten dann noch die bisher erhaltenen Bausparprämien an den Staat rückerstattet werden. Zusätzlich käme es zu einer rückwirkenden Verringerung des Sparzinssatzes.

AKNÖ-Präsident Hermann Haneder zeigt sich irritiert über die Regierungspläne. "Die Bausparprämien für neue Verträge zu kürzen wäre zwar wirtschaftlicher Unsinn, aber das könnte man noch argumentieren. Kürzungen für bestehende Verträge sind ein grober Vertrauensbruch. Die Menschen haben sich gerade auch wegen der Prämien entschlossen, ihr Geld in einen Bausparer einzuzahlen". Eine Prämienhalbierung ist aus seiner Sicht ein Eingriff in bestehende Verträge, zum finanziellen Nachteil der KonsumentInnen. "Das geht so nicht. Da kann nur gelten: Hände weg von bestehenden Bausparverträgen", fordert der AKNÖ-Präsident.

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