GPA-djp-Hohenauer: SchulabbrecherInnen fördern, nicht noch mehr bestrafen!

Die von Kurz zitierte Studie ist Anlass zu einer Radikalreform des Bildungssystems

Wien (OTS) - (GPA-djp/ÖGB) "Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut gemacht, anders lässt sich die Forderung von Staatssekretär Kurz nach höheren Geldstrafen für SchulabbrecherInnen beim besten Willen nicht kommentieren", wundert sich der Jugendvorsitzende in der Gewerkschaft der Privatangestellten, Druck, Journalismus, Papier (GPA-djp), Florian Hohenauer. Natürlich seien die 75.000 Jugendlichen in Österreich ohne Schulausbildung und ohne Arbeit ein Alarmsignal. Anstatt sich darüber Gedanken zu machen, wie man diese Entwicklung stoppen und den Betroffenen helfen könne, indem man Schule und Ausbildung für sie attraktiver gestalte, falle dem Staatssekretär nichts besseres ein, als sozusagen mit dem Rohrstaberl zu drohen.++++

"Man muss kein Experte sein, um zu wissen, dass Strafen nicht motivieren. Die Jugendlichen brauchen einen Anreiz, um die Schule zu besuchen", so Hohenauer weiter. Eine Reihe von Umfragen beweisen, dass ihre eigene Zukunft, also auch ihre Jobaussichten, Jugendlichen die größte Sorge bereite. Auch Eltern in sogenannten "bildungsfernen Familien", aus denen laut Studien rund 40 Prozent der SchulabbrecherInnen kommen, hätten natürlich ein Interesse daran, dass ihre Kinder eine gute Ausbildung bekommen und damit bessere Zukunftschancen haben. "Das kann man ihnen, den Kindern genau so wie den Eltern, aber nur vermitteln, wenn sie Erfolgserlebnisse in der Schule haben", fordert Hohenauer einmal mehr eine Radikalreform des Bildungssystems: "Was wir brauchen, sind mehr Ganztagesschulen, in denen SchülerInnen auch ihre Hausübungen unter fachkundiger Betreuung machen und endlich die Einführung des modularen Bildungssystems, mit dem man bei ungenügenden Leistungen nicht mehr ein ganzes Jahr verliert, sondern eben nur ein Modul noch einmal absolvieren muss. Das Motto in der Schule muss lauten: Lust statt Frust! Wie man das erreicht, das sollte der Staatssekretär vor allem auch mit seiner Partei diskutieren, an der eine ganze Reihe sinnvoller Reformvorschläge für das Bildungssystem scheitert, ehe er mit einem Kurzschluss noch mehr Eltern und SchülerInnen frustriert!", so Hohenauer abschließend.

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