Kurz: Schulpflichtverletzungen sind kein Kavaliersdelikt, sondern Zukunftsraub an den Kindern und an Österreich

Jeder fünfte junge Migrant ohne Ausbildung und Job; wenn Eltern ihre Kinder nicht in die Schule schicken, müssen diese in die Pflicht genommen werden und auch mit härteren Strafen rechnen

Wien (OTS) - Eltern sollten bei Schulpflichtverletzungen in die Pflicht genommen werden, betont Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz. Wer seine Kinder nicht aktiv beim Schulbesuch unterstützt oder sogar hindert, begeht Zukunftsraub an seinen Kindern und an Österreich.

75.000 Jugendliche in Österreich sind ohne Ausbildung, ohne Job und in Arbeitslosigkeit. 40 Prozent davon sind Migranten, jeder fünfte junge Migrant gehört dieser Gruppe an. Neben anderen verantwortlichen Faktoren spricht Kurz vor allem von den 3 Stufen des Scheiterns: Es beginnt mit Schulpflichtverletzung, wo Eltern ihre Kinder nicht aktiv beim Schulbesuch unterstützen. Das führt zum Schulabbruch, wo junge Migranten vier Mal so oft betroffen sind wie Jugendliche ohne Migrationshintergrund. Und es endet in Arbeitslosigkeit. Es wird Zeit, dass wir nicht mehr wegschauen und offen dieses Problem ansprechen. Staatssekretär Kurz verlangt daher: Verpflichtende Elterngespräche bei Schulpflichtverletzungen, eine umfassende Motivforschung, konkrete statistische Erhebung und bei groben Schulpflichtverletzungen auch höhere Strafen.

Bei den 3 Stufen des Scheiterns - Schulpflichtverstoß, Schulabbruch, Arbeitslosigkeit - handelt es sich um eine Spirale nach unten. Wir tun jetzt schon viel, um am Ende der Spirale das Schlimmste abzufedern. Kurz verweist etwa auf das von Unterrichtsministerin Schmied gemeinsam mit den Ländern auf den Weg gebrachte Regelung zum kostenlosen Nachholen von Bildungsabschlüssen. Diese im Expertenkatalog für Integration letztes Jahr vorgeschlagene Maßnahme wurde von der Unterrichtsministerin umgesetzt, ist wirksam und bietet Schulabbrechern die Möglichkeit, einen Pflichtschulabschluss ohne Kosten nachzuholen. Darüber hinaus gibt es mehrere Projekte, wie etwa die Jugendcoaches. Auch die Betreuung beim AMS wird Schritt um Schritt verbessert, betont Kurz die Initiative von Arbeitsminister Hundstorfer. Ebenso wird in den Ausbau der Ganztagsschule investiert. Die Regierung tut also zum Abfedern im Nachhinein relativ viel. Doch wir müssen neben dem Abfedern am Ende der Spirale auch Maßnahmen zum Beginn, in der Prävention setzen: Schulpflichtverletzungen sind kein Kavaliersdelikt und Schulabbruch ist die Vorstufe zur Arbeitslosigkeit. Hier müssen wir ebenfalls ansetzen und die Eltern in die Pflicht zu nehmen. Kurz wiederholt: Verpflichtende Elterngespräche bei Schulpflichtverletzungen, eine umfassende Motivforschung, konkrete statistische Erhebung und bei groben Schulpflichtverletzungen auch höhere Strafen.

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