Eurokrise: Tschechische Katholiken für mehr Solidarität Prags

300 Prominente, u.a. Kardinal Vlk, appellieren, Blockade gegen EU-Fiskalpakt aufzugeben

Prag-Brüssel, 17.02.12 (KAP) Im Vorfeld des nächstwöchigen EU-Finanzministertreffens haben in Tschechien 300 Prominente - unter ihnen Kardinal Miloslav Vlk - eine Petition an die Regierung unterzeichnet, ihre Blockade gegen den EU-Fiskalpakt einzustellen. Der Pakt war Ende Jänner von 25 Mitgliedsländern - ausgenommen nur Großbritannien und Tschechien - beschlossen worden.

Die Petition wurde vom Präsidenten der Christlichen Akademie, Tomas Halik, sowie von der Europa-Aktivistin Monika MacDonagh-Pajerova und dem Politologen Jiri Pehe formuliert und Ministerpräsident Petr Necas übermittelt. Zu den Unterzeichnern zählen auch die früheren Außenminister Josef Zielenec und Cyril Svoboda sowie der Bruder des im Dezember verstorbenen Altpräsidenten Vaclav Havel, Ivan Havel. "Mit Nachdruck" wird die Regierung aufgefordert, eine Änderung ihrer Entscheidung vorzunehmen, sich dem europäischen Vertrag über die Budgetdisziplin nicht anzuschließen.

Die Unterzeichner sind "überzeugt, dass sich die Tschechische Republik mit einer Ablehnung des Vertrags völlig überflüssigerweise aus dem Hauptstrom der europäischen Integration" ausklinke. Dieser Schritt könne "in letzter Konsequenz dazu führen", dass sich das Land "ein weiteres Mal in einem geopolitischen Vakuum" wiederfinde, das, wie die Geschichte lehre, "häufig ohne Zögern von Mächten ausgefüllt" werde, "die der Freiheit und der Demokratie nicht wohl gesonnen" seien.

Es störe sie, so der Wortlaut der Petition mit dem Titel "Keine Selbstausschließung aus Europa", dass "historische Entscheidungen der Tschechischen Republik auf der internationalen Szene wiederholt zum Faustpfand heimischer politischer Intrigen und Streitigkeiten" würden.

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