Michlmayr: Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit auf österreichischer Ebene vorbeugen

Auch bei uns droht Rückgang der Abeitsplätze und Lehrstellen, nicht nur in anderen EU-Ländern

Wien (OTS/ÖGB) - Die von Minister Rudolf Hundstorfer geforderten Anstrengungen, der Jugendarbeitslosigkeit, die in einzelnen EU-Ländern bis zu 50 Prozent erreicht, etwas entgegenzusetzen, sind tatsächlich dringendst notwendig, sagt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ). Darüber dürfe aber nicht vergessen werden, dass auch in Österreich Feuer am Dach ist. "Zur Ausbildungsverweigerung der Wirtschaft - nur mehr 20 Prozent der Unternehmen bilden Lehrlinge aus - drohen nun noch die Auswirkungen des Sparpakets dazu zu kommen", warnt Michlmayr. ++++

Sollte es tatsächlich zu einem Aufnahmestopp im öffentlichen Dienst kommen, so dürfe dieser auf keinen Fall auch für Lehrlinge gelten. "Der Staat muss auch in seinen Dienststellen sowie in ausgelagerten Betrieben seiner Verpflichtung zur Ausbildung nachkommen."

Aus einigen Betrieben, öffentlichen wie privaten, sei bereits zu hören, dass künftig weniger Lehrlinge aufgenommen werden sollen bzw. dass weniger ausgelernte Jugendliche nach dem Lehrabschluss behalten werden sollen. "Hier muss die Regierung eingreifen, um zu verhindern, dass ausgelernte Jugendliche nach ihrem Lehrabschluss auf die Straße gesetzt werden", fordert Michlmayr, und gibt zu bedenken, dass es den jungen Menschen auch durch die geplanten Sparpakets-Maßnahmen im Pensionsbereich schwerer gemacht wird, einen Job zu finden.

Lehrstellenschwund: Ausbildungsmilliarde schafft Abhilfe

"Weil die Unternehmen freiwillig immer weniger ausbilden, hat die ÖGJ ein Modell entwickelt, wonach die Unternehmen ein Prozent der Bruttolohnsumme einzahlen müssen. Aus den zur Verfügung stehenden Mitteln kann dann die Lehrstellenförderung finanziert werden. Bund und AMS sparen sich dadurch in den nächsten fünf Jahren 750 Millionen Euro." Und im Gegenzug könnte die Regierung Sparmaßnahmen weglassen, die auf Kosten der Jugendlichen gehen.

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