"Verheiratete Priester kein Allheilmittel gegen Priestermangel"

In Österreich tätige Priester des byzantinischen Ritus zur innerkirchlichen Reformdebatte

Wien, 17.02.12 (KAP) "Verheiratete Priester sind kein Allheilmittel gegen mangelnde Priesterberufungen." Das haben die in Österreich tätigen Priester der griechisch-katholischen Kirche bzw. des byzantinischen Ritus' in einer Stellungnahme zur innerkirchlichen Reformdiskussion betont. In dem von 30 Priestern und einem Diakon unterzeichnetem Schreiben wird konkret zum Zölibat, den Umgang mit geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen sowie die Beziehung zum Papst Stellung genommen.

Verschiedene Gruppierungen in der lateinischen Kirche Westeuropas hätten in der innerkirchlichen Kontroverse der letzten Jahre gerne auf die Tradition der katholischen Ostkirchen verwiesen, begründeten die Priester ihre Erklärung: Hier gelte es "eventuelle Missverständnisse aus dem Weg zu räumen". Wörtlich heißt es in der Stellungnahme: "Unserer Überzeugung nach ist die Krise der Berufungen nicht mit dem Lebensstand verbunden, sondern mit der Krise des Glaubens in unseren westlichen Gesellschaften."

Die unierten Geistlichen betonen weiters, dass in den Ostkirchen der Mönchspriester oder der ehelos lebende Weltpriester vom gläubigen Volk besonders geehrt. "Wir möchten also ausdrücklich festhalten, dass auch unsere ostkirchliche Tradition den Zölibat anerkennt, wertschätzt und praktiziert." Verheiratete Männer würden in den katholischen Ostkirchen zwar geweiht, wer jedoch vor der Diakons-bzw. Priesterweihe unverheiratet war, dürfe danach nicht mehr heiraten.

In der Frage der wiederverheirateten Geschiedenen gebe es keinen Unterschied zwischen der Praxis der katholischen Ostkirchen und jener der römisch-katholischen Kirche.

Vor dem Hintergrund des "Aufrufs zum Ungehorsam" der Pfarrerinitiative äußern die Ostkirchen-Priester "Betrübnis, wenn Brüder im Priestertum die Hierarchie der katholischen Kirche gering schätzen und sogar bereit sind, die Autorität abzulehnen". Treue zur Kirche und zum Papst sei "der Eckstein unserer kirchlichen Identität".

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