Volkshilfe zum Welttag der sozialen Gerechtigkeit: "Steuersystem muss sozialen Ungleichheiten entgegenwirken"

Vermögens- und Erbschaftssteuern einführen. EU-weite Transaktionssteuer ist ein wichtiger Schritt zu mehr Gerechtigkeit

Wien (OTS) - Anlässlich des Welttags der sozialen Gerechtigkeit am 20. Februar betont Volkshilfe Präsident Univ. Prof. Dr. Josef Weidenholzer die Notwendigkeit eines gerechten Steuersystems und bekräftigt die Forderungen zur Einführung von Vermögens- und Erbschaftssteuern in Österreich.

"Zunehmende Ungleichheit gefährdet den sozialen Zusammenhalt und schwächt auch die Wirtschaftskraft eines Landes. Ein gerechtes Steuersystem, das die Wohlhabenden in die Pflicht nimmt, ihren Beitrag zum Erhalt des Sozialstaates und des sozialen Friedens zu leisten, wirkt Ungleichheiten entgegen", sagt der Volkshilfe Präsident. "In ganz Europa zeichnet sich eine wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ab. Die Volkshilfe begrüßt deshalb auch die Initiative der österreichischen Bundesregierung zur Einführung einer EU-weiten Finanztransaktionssteuer."

Schere zwischen Arm und Reich geht weiter auseinander

In Österreich leiden 511.000 Menschen unter drückender Armut. 167.000 Menschen mehr, als noch im Vorjahr. Die Kluft zwischen Arm und Reich wird immer größer - auch ein Blick auf die Nachbarländer zeigt: Neben kleinen, reichen Ländern wie Luxemburg (Pro-Kopf-Einkommen: ca. 60.000 Euro / Jahr) gehören der EU auch große, arme Staaten wie Rumänien (Pro-Kopf-Einkommen: ca. 2.900 Euro / Jahr) an. Insgesamt sind 16,3 Prozent der EU-BürgerInnen armutsgefährdet. Besonders stark betroffen sind die baltischen Staaten Lettland (25,7 Prozent), Litauen (20,6) und Estland (19,7), die Balkanländer Rumänien (22,4) und Bulgarien (21,8) sowie Griechenland (19,7) und Spanien (19,5).

Reichtum ungleich verteilt

Auch Reichtum ist in Europa höchst ungleich verteilt. Die größten Ungleichheiten sind in Polen, den Niederlanden und der Schweiz zu beobachten, wo die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte des Nettovermögens auf sich vereinen. In Österreich sind es 38 Prozent.

"Mit den Einnahmen aus einer Transaktionssteuer würden die Kosten der Krise von jenen bezahlt werden, die mit dem Handel auf den Finanzmärkten Profite erzielen. Außerdem könnten Spekulation auf den Finanzmärkten eingeschränkt werden", sagt Weidenholzer abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. (FH) Margit Kubala
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 (0) 676 83 402 214
E-Mail: margit.kubala@volkshilfe.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VHO0001