VHS Brigittenau: Rudolf Kauders - ein Brigittenauer Antifaschist im Exil

Buchpräsentation "Donauwalzer am Irawadi" am 24. Februar

Wien (OTS) - In der VHS Brigittenau (20., Raffaelgasse 11-13) wird am 24. Februar um 18.30 Uhr das Buch "Donauwalzer am Irawadi" des Brigittenauer Antifaschisten Rudolf Kauders präsentiert. Die im Mandelbaum Verlag erschienenen Lebenserinnerungen spannen einen Bogen von Kauders Kindheit im Wien der 20er und 30er Jahre über seine Exilzeit in England bis hin zum Burmafeldzug der Britischen Armee. Nach der Buchpräsentation wird die Ausstellung "Karikaturen aus dem Dschungelkrieg", die Zeichnungen und Karikaturen Kauders zeigt, eröffnet. Zudem gibt es eine Lesung des Schauspielers Hermann Schmid und ein Gespräch mit Johann Tausig über das Leben im Gemeindebau von 1926-38 und die britische Emigration. Siegfried H. Gruber referiert über Brigittenau in der Zwischenkriegszeit und Internierung, Alltag und Militärausbildung in England.

Erzählungen über ein bewegtes Leben

Rudolf Kauders wird 1920 in Wien geboren, wo er eine glückliche und abenteuerreiche Kindheit verbringt. Doch 1938 wird der jüdische Vater fristlos entlassen, die Familie aus der Wohnung vertrieben. Um gegen das nationalsozialistische Regime kämpfen zu können, flüchtet Kauders 1939 ins englische Exil und tritt der Armee bei. Zu seiner Enttäuschung wird er nicht direkt gegen das NS-Regime eingesetzt, sondern in der "Hölle von Burma" in einer Aufklärungseinheit. Dem Kampf gegen die mit Hitler verbündeten Japaner entgeht er nur knapp. Er kehrt 1946 nach Wien zurück und beginnt dort eine erfolgreiche Laufbahn als Chemiker. In seinen Lebenserinnerungen erzählt Kauders mit auffallend leichtem und pointiertem Ton über sein bewegtes Leben

Rare historische Quelle

Die Erzählungen Kauders sind eine besondere historische Quelle. Dass jüdische Flüchtlinge, die in die amerikanische oder britische Armee eingetreten sind, auch im pazifischen Krieg eingesetzt wurden, ist im deutschsprachigen Raum kaum bekannt.

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