Korun: Sozial- und bildungsbenachteiligte Jugendliche fördern statt abstrafen

Früher Bildungssabbruch ist ein soziales und bildungspolitisches Problem

Wien (OTS) - "Die Ergebnisse der Studie des Soziologie-Instituts Linz und der Arbeiterkammer Oberösterreich berichten bereits Altbekanntes: Es gibt Risikogruppen, die in Österreich überproportional oft von frühem Bildungsabbruch betroffen sind. Wir haben ein hochselektives Schulsystem, das 'bildungsferne' und arme Kinder schon im frühen Alter systematisch ausselektiert. Dieses Problem trifft alle Kinder deren Eltern 'bildungsfern', arm oder arbeitslos sind. Wer ein selektives Bildungssystem hat, braucht sich nicht zu wundern, wenn am Ende Kinder und Jugendliche rausselektiert werden und übrig bleiben", kritisiert Alev Korun, Integrationssprecherin der Grünen.

Dazu gehören, unter anderem, Jugendliche mit Migrationshintergrund. Sie verlassen das Schulsystem häufiger ohne weiterführenden Schulabschluss als SchülerInnen mit österreichischen Eltern. "Das ist - wie auch diese Studie wieder zeigt - vor allem ein soziales und bildungspolitisches und nicht ein migrantisches Problem", sagt Korun.

"Die oberflächliche Forderung des Staatssekretärs Kurz, man müsse arme und bildungsbenachteiligte Familien nur abstrafen, um deren Kinder zu Musterschülern zu machen, ist wohl ein Witz. Will man verhindern, dass immer mehr Kinder aus unserem Bildungssystem vorzeitig ausscheiden, muss man sich schon ein bisschen mehr als ein "sonst gibts eins hinter die Löffel" ausdenken. Für eine inklusive Schule brauchen wir eine gemeinsame Schule der Sechs- bis 15-Jährigen, Abschaffung der Sonderschulen und die Einführung einer zweijährigen Kindergartenpflicht - und zwar für alle Kinder, sowie Bildungs- und Berufsberatung für alle Jugendlichen", fasst Korun Maßnahmen gegen frühen Schulabbruch zusammen.

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