Gesetzesnovelle zur LehrerInnenauswahl wird zur Marketingmaßnahme von Landesrätin Hummer

Klubvorsitzende Jahn: "Kaum Änderungen, aber viele Fragen unbeantwortet"

Linz (OTS) - Die VertreterInnen der SPÖ werden heute im Landesschulratskollegium der Novelle zum Landeslehrer-Diensthoheitsgesetz keine Bedenkenfreiheit attestieren -Hintergrund dafür sind die fehlenden Informationen zu den konkreten Auswirkungen in der schulischen Praxis. "Das groß angekündigte Gesetz zur LehrerInnen-Auswahl durch DirektorInnen von Landesrätin Hummer scheint nichts anderes zu sein als die Festschreibung der bisher gängigen Vorgangsweise im Gesetz. Diese Form der Effekthascherei halte ich gerade in einem so wesentlichen Bereich wie der Bildung für wenig verantwortungsbewusst", stellt SPÖ-Klubvorsitzende Mag.a Gertraud Jahn klar.

Der vorliegende Gesetzesentwurf sieht eine Mitwirkungsmöglichkeit der DirektorInnen bei der Zuteilung von Lehrerinnen und Lehrern vor, was der der bisherigen Gepflogenheit zwischen den BezirksschulinspektorInnen und DirektorInnen entspricht. "Einer positiven Zusammenarbeit zwischen BezirksschulinspektorInnen und DirektorInnen spricht nichts entgegen - allerdings sind dazu die Diskussionen im Oö. Landtag abzuwarten, einen Blankoscheck über die Begutachtung werden wir nicht abgeben. Insbesondere muss für uns klar gestellt werden, dass die Objektivierung gewährleistet ist.", sagt die SPÖ-Klubchefin.

Substantielle Reformen zur Verbesserung des Personalmanagements im Schulsektor sind im vergangenen Jahr auf Bundesebene eingeleitet worden: So wurde im Bundes-Schulaufsichtsgesetz die Einrichtung eines Qualitätsmanagements normiert sowie im Schulunterrichtsgesetz die Aufgaben der Schulleitung ergänzt und verdeutlicht, welche Aufgaben von dieser im Hinblick auf die schulische Qualitätsentwicklung wahrzunehmen sind. Das Aufgabenfeld "Führung und Personalentwicklung" der Schulleitung umfasst laut den Gesetzesmaterialien die Konfliktregelung, die Mitarbeiterführung und die Förderung der professionellen Entwicklung der Lehrkräfte. Zudem werden konkrete Zielvereinbarungen für die einzelnen Schulen ermöglicht. "Diese konkreten Bildungsfortschritte von Bildungsministerin Schmied sind geprägt von Ernsthaftigkeit und Nachhaltigkeit. Ankündigungspolitik -wie von Landesrätin Hummer praktiziert - ist hingegen im Bildungssektor fehl am Platz", so die SPÖ-Klubvorsitzende.

Bei 900 LehrerInnenbewegungen pro Jahr, insbesondere im Sommer, allein in Oberösterreich müsse klar sein, dass die konkrete verfahrenstechnische Mitwirkung der DirektorInnen aufwendig und sorgsam zu planen sei. "Oftmals entscheidet sich erst in der letzten Ferienwoche ob es zu einer Klassenteilung kommt und damit eine neue Lehrkraft gebraucht wird. Das gilt es alles im Verfahren umfassend zu berücksichtigen, damit nicht zu Schulbeginn die Kinder ohne Lehrkraft in der Klasse sitzen", gibt Jahn zu bedenken.

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