Ludwig zum Februargedenken: Sozialdemokratie ist moralischer Sieger geblieben!

Gedenken an die Opfer des 12. Februar 1934 in Wien-Simmering

Wien (OTS/SPW) - Die SPÖ Wiener Bildung, der Bund Sozialdemokratischer FreiheitskämpferInnen, die Junge Generation in der SPÖ Wien, die Sozialistische Jugend Wien und die SPÖ Simmering luden am Freitagabend zur Gedenkveranstaltung für die Opfer der Februarkämpfe. Im Rahmen seines Redebeitrags stellte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig eingangs die Frage, warum man auch nach 78 Jahren die Erinnerung an diese Ereignisse hochhalten müsse. Zunächst einmal gehe es darum, Menschen Respekt entgegenzubringen, die für die Demokratie gekämpft haben, so Ludwig. Er erinnerte, dass es in den 1920er und 1930er Jahren eine scharfe Konfliktlinie zwischen Demokraten und jenen Kräften, die sich mit dem Ende der Monarchie nicht abfinden konnten, gegeben habe. Dies habe in weiterer Folge zur Ausschaltung der Republik und zu einer Situation geführt, in der sich die Sozialdemokratie zur Wehr setzen musste. "Die Verteidigung der Demokratie ist militärisch gescheitert, aber die Sozialdemokratie ist der moralische Sieger geblieben. Viele haben danach den Kampf weitergeführt - in Spanien und als Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Die moralischen Punkte, die damals gesammelt wurden, sind für die Weitererrichtung der Demokratie in der 2. Republik von besonderer Bedeutung gewesen", unterstrich Ludwig.****

Auch heute sei es notwendig, gegen Rechtsextremismus aufzutreten und sich zu den sozialdemokratischen Grundsätzen zu bekennen. Denn es gebe wieder politische Gewalt, wenn auch nicht so intensiv wie in den 1930er Jahren. "Es gilt den Anfängen zu wehren", betonte Ludwig. In diesem Zusammenhang erinnerte der Wohnbaustadtrat an die Verletzung des ehemaligen Vorsitzenden der sozialdemokratischen Bundesratsfraktion, Albrecht Konecny, am Rande der Demonstration gegen den WKR-Ball. "Wie kann es sein, dass hier ein älterer Herr und aufrechter Demokrat niedergeprügelt wird", unterstrich Ludwig und stellte klar, dass man auch die politischen Möglichkeiten nutzen werde, um hier "volle Aufklärung" einzufordern.

Mit der FPÖ gebe es eine Partei im politischen Spektrum, die ein Problem mit der Aufarbeitung der Vergangenheit habe. Ludwig stellte klar, dass die SPÖ "keinesfalls" eine Koalition mit dieser Partei eingehen werde, auch wenn dies Handlungsoptionen einschränke. In der Abschätzung zwischen Tages- und Grundsatzpolitik müsse man sich in dieser Frage klar für letztere entscheiden.

Es habe in der 1. Republik generell das "Phänomen der Angst" gegeben, und diese Angst führte in Irr- und Abwege, so Ludwig weiter. Dasselbe Problem stelle sich auch heute wieder - Ludwig forderte daher Zuversicht und Gestaltungswillen in der Tagespolitik ein. Es gelte, sich in wirtschaftlich schwierigen Zeiten für die Lösung von Problemen einzusetzen. Die Krise müsse als Chance begriffen werden:
"Nämlich das Profil zu schärfen und der Bevölkerung zu vermitteln, wo die Sozialdemokratie steht - nämlich auf der Seite der ArbeitnehmerInnen, der PensionistInnen und der Jugendlichen. Ebenso deutlich zutage tritt, dass die konservativen Kräfte auf Seiten der Grundeigentümer und der Vermögenden stehen."

Abschließend fasste Ludwig zusammen: "Die Erinnerung an den 12. Februar ist Auftrag, sich an die Opfer zu erinnern und sich gleichzeitig für die heutige demokratische Ordnung einzusetzen. In diesem Sinne: Niemals vergessen und es lebe das rote Wien!" (Schluss) tr

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