"profil": Adonis: "Ich unterstütze die Opposition nicht"

"Es gibt keinen moderaten Islam", sagt der weltberühmte syrische Dichter

Wien (OTS) - In einem Interview in der Montag erscheinenden
Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" warnt der syrische Dichter Adonis vor einer militärischen Intervention in seinem Heimatland. Adonis gilt als der bedeutendste lebende Poet arabischer Sprache. Den Appell der syrischen Opposition, der Westen möge sie unterstützen, hält er für falsch: "Wie können die Fundamente eines Staates gelegt werden mit der Hilfe der gleichen Leute, die vorher diese Länder kolonisiert haben?," fragt Adonis. Eine Intervention in Syrien hätte seiner Meinung nach dieselben Folgen wie im Irak: "Das Land wurde zerstört."
Adonis zieht eine negative Bilanz des Arabischen Frühlings. Die jugendliche Revolte Anfang habe ihn anfangs beeindruckt. Doch die Ernte der Revolution sei von den islamischen Fundamentalisten eingebracht worden; diese wollten eine religiöse Diktatur errichten. Eine Revolution in der arabischen Welt habe nur unter laizistischen Vorzeichen eine Chance. "Es gibt keinen moderaten Islam", sagt Adonis. Die Muslim-Brüder nennt er "pure Faschisten".

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