Windmasterplan Oberösterreich

Klare Zielsetzungen für den Windkraftausbau in Oberösterreich fehlen weiterhin

St. Pölten (OTS) - Die IG Windkraft zeigt sich enttäuscht davon, dass der gestern vorgestellte Windmasterplan in Oberösterreich den Großteil der oberösterreichischen Landesfläche zur Windausschlusszone erklärt hat. Aus Sicht der IG Windkraft sind viele Kriterien dafür nicht sach- und fachgerecht. Im Bundesland Oberösterreich fehlen bis heute klare Zielsetzungen für den Windkraftausbau. Wichtig wäre der rasche neuerliche Einstieg in die Nutzung der Windkraft in Oberösterreich.

Gestern wurde ein Windmasterplan für Oberösterreich präsentiert, der neben 27 kleinflächigen Eignungszonen, 4 Konfliktzonen und großflächige Ausschlusszone für Windkraft vorsieht.

Kriterien für Ausschlusszonen nicht sach- und fachgerecht
Leider sind viele der gewählten Parameter für die Festlegung der Ausschlusszonen nicht sach- und fachgerecht. Die vollständige Ausweisung aller IBA s (Important Bird Areas) als Ausschlusszonen ist nicht fachlich fundiert. IBA s sind von der privaten Vogelschutzorganisation BirdLife aufgestellte Zonen, die keinen rechtlichen Schutz genießen. In Niederösterreich und im Burgenland sind Windkraftanlagen in IBA s bereits in Betrieb. Ebenso ist der Ausschluss von Windkraftnutzung über einer Seehöhe von 1.600 m nicht sachgerecht. In Österreich wie auch in der Schweiz gibt es bereits Windparks bis auf eine Höhe von 1.900 bzw. 2.400 m, die jährlich saubere Energie produzieren

Widersprüchlich ist auch, dass ein willkürlich gewählter Abstand von 10 km zwischen den Windparks gefordert wird. Eine Forderung, die dem Wunsch nach Konzentration der Windenergie entgegensteht. Obwohl Oberösterreich in den neunziger Jahren ein Pionierland der Windkraftnutzung war, hat es in den letzten Jahren den Anschluss an eine positive Entwicklung dieser vollständig verloren. "Gerade ein Bundesland wie Oberösterreich, das sehr hohe pro Kopf CO2 Emissionen hat und in dem laut Greenpeace 10 % Atomstrom im Stromnetz enthalten ist, hat eine Besondere Verantwortung." so Mag. Stefan Moidl von der IG Windkraft. Wichtig wäre der rasche Einstieg des Landes Oberösterreich in die Realisierung von Windparks. "Vielleicht löst der Masterplan zwar die Totalblockade der letzten Jahre, doch eine fachgerechte Diskussion unter Einbeziehung der Interessengruppen der Windbranche, den Gemeinden und Anrainern zur Weiterentwicklung der Windkraftpotentiale in Oberösterreich ist jedenfalls erst erforderlich", so Anton Haunold, Obmann der IGW Oberösterreich.

Zielsetzung für den Windkraftausbau in Oberösterreich fehlt Während im Burgenland bereits 2006 ein klares Ziel der Stromautarkie bis zum Jahr 2013 festgelegt wurde und in Niederösterreich erst kürzlich mit dem "Energiefahrplan 2030" detaillierte Zielsetzungen für den Ausbau der sauberen Windkraft beschlossen wurden, fehlen derartige Zielsetzungen in Oberösterreich trotz des nun vorliegenden Windmasterplan bis heute.

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