Junge Industrie zu Pensionen: "5 nach 12 - endlich strukturell handeln!"

JI-Bundesvorsitzende Niss: Brauchen endlich echte strukturelle Reformen - Reformverweigerer versündigen sich an Zukunft des Landes und der Jüngeren

Wien (OTS) - Als "in höchstem Maße bedenklich" bezeichnete die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI) Dr. Therese Niss die aktuelle Debatte über mögliche Einsparungen im Pensionssystem: "Es macht nicht gerade hoffnungsfroh, wenn selbst die bisher kolportierten, möglichen und geringen Reformschritte im Pensionsbereich gleich wieder von allen Seiten als absolute Tabus abgelehnt werden. Im Interesse der jüngeren Generationen und des gesamten Landes muss vor weiteren, rein kosmetischen Reformschritten im Pensionsbereich dringend gewarnt werden! Es ist längst nicht mehr fünf vor, sondern bereits fünf nach Zwölf - alle Reformverweigerer versündigen sich hier an unser aller Zukunft und insbesondere an den jüngeren und kommenden Generationen", so Niss.

Österreich müsse sich möglichst rasch wieder den finanziellen Spielraum für eine Erhöhung der Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung sowie intelligente Infrastruktur erarbeiten. "Wir plädieren dabei keineswegs für einen Sozialabbau -noch haben wir in Österreich die Möglichkeit, eine Budgetkonsolidierung allein durch strukturelle Reformen zu stemmen. Auch die Reformverweigerer müssen endlich einsehen, dass Schuldenmachen immer unsozial und unfair ist." International gebe es inzwischen genügend warnende Beispiele: "Wenn wir nicht heute mit dem Schuldenmachen aufhören, müssen wir morgen womöglich wirklich den Sozialstaat beschneiden. Wer sich jetzt strukturellen Reformen verweigert, der will offenbar zum Totengräber des österreichischen Sozialstaates sowie des heimischen Wohlstandes werden", so Niss. Gerade im Pensionsbereich seien mutige Reformen seit Jahren überfällig.

So sei Österreich nach wie vor "Frühpensions-Weltmeister": "Nur hie und dort ein wenig am Antrittsalter zu schrauben bringt zu wenig, wir müssen wirklich alle Schlupflöcher in die Frühpension schließen -und zwar vollständig!" So sei es etwa völlig unverständlich, dass etwa bei der 'Hacklerregelung' nur über eine mögliche Anhebung des Antrittsalters diskutiert werde: "Die 'Hacklerregelung' war ursprünglich als reine Übergangslösung gedacht - sie muss endlich weg, und zwar so schnell wie möglich!" Es sei einfach unverständlich, dass in Österreich seit Jahren die Fakten ignoriert würden, so Niss:
"Die Lebenserwartung steigt - zum Glück - seit Jahrzehnten kontinuierlich an. Zudem müssen immer weniger Junge immer mehr Pensionen finanzieren. Gleichzeitig aber ist die durchschnittliche Arbeitszeit seit den 70er Jahren gesunken! Selbst ein Volksschulkid kann sich ausrechnen, dass sich das nie ausgehen kann." Standen 1970 43 Arbeitsjahren noch 34 Nichtarbeitsjahre gegenüber so hat sich 2010 das Verhältnis umgedreht: 35 Arbeitsjahre standen bereits 48 Nichtarbeitsjahren gegenüber. "Wer angesichts dieser Entwicklung noch von 'Gerechtigkeit' spricht, der hat wohl die Realität nicht ganz verstanden" betonte die Bundesvorsitzende.

Wer vor seiner Zeit in Frühpension gehe, solle dies zudem auch deutlicher zu spüren bekommen als jetzt, so Niss: "Auch die OECD hat wiederholt kritisiert, dass die heimischen Abschläge bei Frühpensionierungen viel zu niedrig sind - Abschläge in der Höhe von 7 Prozent wie von der OECD gefordert müssen hier das Minimalziel sein! Wer auf unsolidarische Weise und zu Lasten der Jüngeren früher in Pension geht, soll auch dementsprechend weniger bekommen - alles andere wäre unfair!" Es sei hier blauäugig zu glauben, man könne die Menschen nur mit "soften" Anreizen zu einem späteren Pensionsantritt bewegen, wie die Bundesvorsitzende betonte: "Solange es möglich ist, früher in Pension zu gehen, wird dies auch genutzt werden - halbe Maßnahmen reichen hier nicht mehr aus!" Daher müsse an allen Schrauben im Pensionssystem - von einer früheren Anhebung des Frauenpensionsantrittsalters bis hin zur Eindämmung der Invaliditätspensionen - gedreht werden.

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