AK 2: Fünf Tipps für mehr Klarheit bei privaten Rentenversicherungen

Wien (OTS) - Die AK verlangt klarere Informationen für die KonsumentInnen beim Abschluss von privaten Rentenversicherungen und anderen kapitalbildenden Lebensversicherungen. "Ein sogenannter verpflichtender Beipackzettel mit den Kernpunkten des Vertrages, auch mit wichtigen Kostenangaben ist für die Verbraucher dringend nötig", resümiert AK Konsumentenschützer Christian Prantner aufgrund der AK Testergebnisse bei sieben privaten Rentenversicherern.

Die AK fordert vor Vertragsabschluss einen verpflichtenden "Beipackzettel" (Produktbezeichnung, Laufzeit, Prämienhöhe und Möglichkeiten der Indexierung, vertraglich fixierte Renten, Nebenspesen wie Unterjährigkeitszuschlag, Kosten, Möglichkeiten der Vertragsänderung). Damit können die KonsumentInnen die Angebote besser vergleichen. Zweitens muss die Beratung vor Abschluss und während der Laufzeit sorgfältiger sein, was auch ein faires Provisions- und Vergütungssystem für Vermittler erforderlich macht. Drittens muss die Finanzmarktaufsicht die Info-Mindeststandards für die VerbraucherInnen konsumentenfreundlicher ausgestalten, insbesondere die verpflichtende Angabe eines Effektivzinssatzes.

Fünf Tipps für eine private Rentenversicherung:

+ Überlegen Sie einen Neuabschluss einer privaten Altersvorsorge äußerst gut. Achten Sie jedenfalls auf den Garantiezinssatz, die garantierte Rente, die Nebenspesen wie insbesondere den Unterjährigkeitszuschlag, der anfällt (zum Beispiel vier Prozent), wenn Sie die Prämie monatlich (oder quartalsweise) anstatt die Jahresprämie im Vorhinein bezahlen, die Leistungen bei vorzeitiger Vertragsauflösung. Denn die Vertragsbindung ist lange. Wer vorzeitig aussteigen will, muss mit teuren Kosten rechnen.
+ Überlegen Sie genau die Prämienhöhe bzw. die vereinbarten Versicherungssummen. Denn viele "SparerInnen" können sich die Beiträge über eine lange Laufzeit einfach nicht leisten. Eine Reduktion ist zwar möglich, hat aber Nachteile: Die Kosten werden von der gesamten Prämiensumme zu Vertragsbeginn berechnet.
+ Achtung bei einem Austausch eines Vorsorgeprodukts gegen ein anderes - das kommt einer Geldvernichtung gleich. Wenn BeraterInnen bestehende Produkte schlechtreden, geht es meistens nur darum, den alten Vertrag auszuspannen um beim neuen wieder Provisionen zu kassieren.
+ Achten Sie auf die Gewinnbeteiligungsnachrichten der Versicherungsunternehmen, und bestehen Sie auf erläuternde Informationen, etwa zu den Kosten oder zur Gewinnbeteiligung. Bei Unklarheiten nicht locker lassen!
+ Achten Sie auf Indexklauseln zum Beispiel von vier Prozent. Das führt zwar zu einer Wertanpassung der Versicherungsleistung, aber auch die Prämie steigt von Jahr zu Jahr an. Diese Dynamik kann auf das Geldbörsel drücken. VersicherungsnehmerInnen können die Indexklausel auch während der Laufzeit streichen.

SERVICE: Die Erhebung und mehr Tipps finden Sie unter wien.arbeiterkammer.at

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