Jetzt im Freien arbeiten! Ein Wahnsinn.

GBH-Muchitsch: Kältewelle trifft Bauarbeiter besonders hart

Wien (OTS/ÖGB) - Das Arbeiten im Freien ist für jeden Laien derzeit unzumutbar. Dennoch gibt es Baustellen, auf welchen Bauarbeiter zur Arbeit "gezwungen" werden. Für den neuen Bau-Holz-Chef Josef Muchitsch ein Skandal. ++++

Bereits vier Menschen sind seit letztem Wochenende in Österreich erfroren. Haustiere vermeiden es, ins Freie zu gehen. Dennoch sieht man Baustellen, auf denen Menschen arbeiten müssen. Die Telefone laufen bei der Bau-Gewerkschaft in ganz Österreich heiß. Derzeit sind rund 156.000 Bauarbeiter auf Baustellen beschäftigt.

GBH-Bundesgeschäftsführer Herbert Aufner: "Seit 1954 gibt es in Österreich ein Schlechtwetterentschädigungsgesetz. Bei unzumutbaren Witterungsbedingungen im Freien sind die Arbeiten einzustellen und es gebührt in der Winterperiode - 1. November bis 30. April - für höchstens 192 ausfallende Arbeitsstunden ein Einkommensersatz von 60 Prozent aus einem eigens geschaffenen Schlechtwetterfonds. Dieser ist jährlich mit rund 40 Millionen Euro dotiert. Die Finanzierung erfolgt über Beiträge von Arbeitgeber und Arbeitnehmer mit je 0,7 Prozent vom Bruttolohn. Von der Arbeitsmarktverwaltung gibt es einen jährlichen Bundeszuschuss in der Höhe von 2,5 Millionen Euro."

Muchitsch: "Das Problem liegt bei der Entscheidung über Zumutbarkeit oder Unzumutbarkeit. Diese liegt laut derzeitiger Gesetzesgrundlage ausschließlich beim Arbeitgeber bzw. beim unmittelbaren Vorgesetzten auf der Baustelle. Ich appelliere daher an die Menschlichkeit und Fürsorgepflicht der Arbeitgeber und Baustellenverantwortlichen: Bei diesen Temperaturen Arbeiter ins Freie zu schicken ist unverantwortlich. Die Folgen sind gesundheitliche Schäden. Das kann es nicht sein! Sogar bei Winterbauoffensiven sind bei unzumutbaren Witterungsbedingungen die Arbeiten einzustellen."

Die aktuellen Fälle der letzten Tage beweisen, dass das Schlechtwetterentschädigungsgesetz zahnlos ist. Grund genug für den neuen Bau-Holz-Chef Muchitsch, zukünftig klare Richtlinien einzufordern: "Wir werden mit unserem Bausozialpartner die Verhandlungen aufnehmen und versuchen, dem Gesetz Zähne zu geben. Unser Ziel ist, einen Tätigkeitskatalog für Arbeiten im Freien mit zumutbaren Temperaturen festzulegen. Unglaublich! Dem Beton wird bei Minusgraden Frostschutzmittel beigemischt, damit der Beton keinen Schaden erleidet. Was ist mit möglichen Erfrierungen bei Bauarbeitern?"

Rückfragen & Kontakt:

GBH-Bundesvorsitzender Abg. z. NR Josef Muchitsch, 0664/614 55 42, bessere.zukunft@josef-muchitsch.at
GBH-Bundesgeschäftsführer Mag. Herbert Aufner, 0664/614 55 57, herbert.aufner@gbh.at
GBH-Presse, Thomas Trabi, 0664/614 55 17, presse@gbh.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0001