Stadt Wien und WGKK: Gemeinsam für Kinder- und Jugendgesundheit

Wien (OTS) - Die Stadt Wien und die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) haben ein umfassendes Paket geschnürt, um die Gesundheitsversorgung von Kindern und Jugendlichen zu verbessern. Das Behandlungsangebot bei Entwicklungsstörungen sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie wird ab 2012 deutlich ausgebaut. Zudem soll eine zentrale Servicestelle PatientInnen und ExpertInnen noch schneller zusammenführen. "Die extramurale Gesundheitsversorgung von entwicklungsgefährdeten Kindern oder Kindern mit einer Behinderung oder einer psychischen Erkrankung ist seit vielen Jahren ein Thema, bei dem es in Wien Verbesserungsbedarf gibt, wie auch vom Kontrollamt bereits festgestellt wurde. Die Stadt Wien und die Wiener Gebietskrankenkasse haben daher in einer gemeinsamen ExpertInnengruppe einen mehrstufigen Strukturplan erarbeitet, der einen Ausbau von kostenlosen Therapie - und Betreuungsangeboten mit zielgerichteter und rascher Nutzbarkeit für den Einzelnen verbinden soll. Wir haben hart verhandelt und gemeinsam einen Weg entwickelt, wie wir hier künftig die Versorgung sichern können. Das ist ein großer Erfolg für die jungen Menschen in dieser Stadt und ihre Angehörigen - und der Grundstein für gesündere Er-wachsene in der Zukunft", erklärte die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely am Mittwoch im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK.

"Es ist ein großer Schritt, den wir setzen. Der nun geplante Ausbau bei der Gesundheitsver-sorgung für Kinder und Jugendliche in Wien wird für die betroffenen Familien eine spürbare Verbesserung bringen." Mit diesen Worten fasste Reischl das neue Programm zusammen, das die Krankenversicherungsträger und die Stadt Wien ab diesem Jahr gemeinsam umset-zen werden.

"Es freut mich auch, dass die Stadt Wien und die Wiener Gebietskrankenkasse einmal mehr gemeinsam zeigen, in welche Richtung die Gesundheitsreform auf Bundesebene gehen muss. Nur durch das gemeinsame Verfolgen von gesundheitspolitischen Zielen können wir das hohe Vertrauen in unsere Gesundheitsversorgung erhalten - nicht durch das Hin- und Herschieben von PatientInnen", unterstrich Wehsely.

Die Maßnahmen im Detail

1) Mit der Errichtung bzw. dem Ausbau von drei Therapiezentren für die Altersgruppe der 0- bis 10-Jährigen wird dem dringend erforderlichen Bedarf an ambulanten Kapazitäten Rechnung getragen. Start ist bereits heuer mit Planungsarbeiten für zwei neue Standorte. Anfang 2013 ist die Aufnahme des Vollbetriebs vorgesehen und die gleichzeitige Übersied-lung der Entwicklungsdiagnostischen Stellen, die bislang von der Stadt betrieben wurden. Damit ist für rund 1.000 Kinder eine Verdoppelung der Betreuungskapazität von derzeit 8.000 auf 16.000 Leistungen im Bereich der Ergo-, Logo-, Physio- und Psychotherapie und fachärztlichen Untersuchungen möglich.

In weiterer Folge, ebenfalls 2013, soll eine zusätzliche Einrichtung mit rund 700 Betreuungs-plätzen geschaffen werden, die die Betreuungskapazität um weitere 12.000 Leistungen er-höht. Damit werden in naher Zukunft insgesamt 1.700 Kinder, die infolge von Entwicklungs-störungen oder -verzögerungen Hilfe brauchen, diese auch bekommen. Wehsely und Reischl dazu unisono: "Unsere ExpertInnen haben den Bedarf anhand der Auslastung und Wartezeiten an den bestehenden Stellen berechnet. Mit dieser Aufstockung können wir den Kindern wesentlich schneller einen Therapieplatz anbieten - und den Eltern die entspre-chende Erleichterung."

Gemeinsam werden auch die Kosten für diesen Ausbau der Ambulatorien sowie für die be-reits bestehenden des VKKJ (Verantwortung und Kompetenz für besondere Kinder und Ju-gendliche) und des Zentrums für Entwicklungsförderung (ZEF) getragen. Künftig wird es eine gemeinsame 50:50-Kostentragung durch die Stadt Wien und die Krankenversicherungsträ-ger geben. Dadurch wird eine optimale Planung des Angebotes ermöglicht und die notwendige finanzielle Sicherheit für die Einrichtungen geschaffen.

2) Deutliche Verbesserungen wird es bis Ende 2013 auch in der Kinder-und Jugendpsychiatrie geben. Die WGKK erhöht schrittweise die finanziellen Mittel für die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung der Ambulatorien von "die Boje" und den Wiener Psychosozialen Diensten. In der Folge sollen zusätzliche FachärztInnen für Kinder- und Jugendpsychiatrie angestellt werden. "Dieses Fach ist noch relativ jung. Daher gibt es auch ein zu geringes Angebot an Ausbildungsmöglichkeiten. Durch die neuen Investitionen und den Stellenaus-bau können die genannten Einrichtungen nun auch als Ausbildungsstätten anerkannt werden", ergänzte Reischl.

3) Um PatientInnen noch schneller und treffsicherer zu TherapeutInnen zu vermitteln, soll künftig eine zentrale Servicestelle samt Datenbank eingerichtet werden. Das Ziel: Die Erfas-sung freier Therapieplätze, um das bereits vorhandene Angebot im niedergelassenen Be-reich und in den diversen Einrichtungen sowie die geplanten Kapazitäten optimal zu nutzen. Reischl abschließend: "Diese Servicestelle samt Datenbank wird voraussichtlich ab 2013 zur Verfügung stehen. Damit wird es uns gelingen, den tatsächlichen Bedarf an Therapien zu erfassen und das Angebot besser zu steuern. Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie bei der Suche nach einem Therapieplatz nicht mehr auf sich alleine gestellt sind."

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