- 01.02.2012, 11:56:34
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Ludo Hartmann-Preise vergeben Hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Volksbildung ausgezeichnet
Wien (PK) - Auf Einladung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer
wurden heute im Hohen Haus die Ludo Hartmann-Preise 2011 überreicht.
Die Festrede hielt der amtsführende Stadtrat und ehemalige
Vizebürgermeister Michael Ludwig, die ausgezeichneten Arbeiten wurden
vom Generalsekretär des Verbandes Österreichischer Volkshochschulen
Wilhelm Filla vorgestellt.
Prammer erklärte, sie wolle sich die Gelegenheit nicht entgehen
lassen, die österreichischen Volkshochschulen als den wesentlichen
Kern der heimischen Erwachsenenbildung wieder einmal im Hohen Haus zu
begrüßen. Sie würdigte die zahlreichen Mitarbeiter der Volksbildung,
die zum verdienstvollen Wirken der VHS beitrügen, und bezeichnete den
Hartmann-Preis als Anerkennung dieser hervorragenden Tätigkeit. Er
solle aber, so Prammer, auch Ansporn sein, an einer guten
Erwachsenenbildung weiterzuarbeiten, von der schließlich alle
profitierten.
Ludwig dankte der Präsidentin für die Möglichkeit, den Preis im Hohen
Haus, in dem ja auch Ludo Moritz Hartmann selbst wirkte, überreichen
zu können, sei es doch für den Preis eine Aufwertung, die Verleihung
im Zentrum der Politik vornehmen zu können. Ludo Hartmann sei ein
Gigant der Bildungspolitik gewesen, dessen Schaffen bis heute
nachwirke. Ludwig gratulierte den Preisträgern, die bewiesen hätten,
dass in den Volkshochschulen bemerkenswerte und innovative Leistungen
erbracht und wissenschaftliche Erkenntnisse geschaffen würden. Die
Volkshochschulen erwiesen sich dadurch einmal mehr als der größte
Leistungsanbieter der österreichischen Erwachsenenbildung, wofür
allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Dank gebühre.
Filla ging schließlich auf die Geschichte des Preises ein und
erläuterte die Inhalte der beiden ausgezeichneten Arbeiten, die er
ganz im Geiste Hartmanns sah, nämlich als "wissenschaftlich fundiert
und in hohem Ausmaß praxisbezogen".
Der mit 2.200 Euro dotierte Ludo Hartmann-Preis 2011 ging an Birgit
Aschemann und Wilfried Hackl. Die beiden Wissenschaftler erarbeiteten
im Auftrag der Wiener Volksbildung ein zweibändiges Werk zur
Programmplanung, in dem neue Bildungsformate für ausgewählte
Zielgruppen der Volksbildung entwickelt werden. Den Förderungspreis
in Höhe von 1.100 Euro erhielt Monika Veigl-Petschko für ihre
Untersuchung zu einem Qualitätsmanagement für Einrichtungen der
Erwachsenenbildung.
Ludo Moritz Hartmann (1865-1924)
Ludo Moritz Hartmann wurde 1865 als Sohn des Dichters Moritz Hartmann
in Stuttgart geboren, kam jedoch bereits in jungen Jahren nach Wien,
wo er das Gymnasium absolvierte. Anschließend studierte er Geschichte
und promovierte 1887 zum Doktor der Philosophie. 1889 habilitierte er
sich an der Wiener Universität, doch blieb ihm eine
Universitätskarriere vorerst wegen seiner politischen Gesinnung
verwehrt. So lehrte er bis 1903 als unbezahlter Privatdozent römische
und mittelalterliche Geschichte.
Als ausgewiesener Sozialdemokrat engagierte sich Hartmann konsequent
für die Volksbildung und stand bereits 1895 an der Wiege der
"volkstümlichen Universitätsvorträge", aus denen die Volkshochschulen
hervorgehen sollten. Besonders verdient machte sich Hartmann um die
Ottakringer Volkshochschule, die er 1901 ins Leben rief. Daneben
machte er sich weiter als Historiker einen Namen und publizierte
zahlreiche Werke, unter denen die vierbändige "Geschichte Italiens im
Mittelalter" besonders herausragte.
Nach Beendigung des Ersten Weltkriegs begann Hartmanns politische
Karriere. Er war Österreichs diplomatischer Vertreter in Berlin und
wurde 1919 in die Konstituierende Nationalversammlung gewählt. Im
Dezember 1920 wechselte er in den Bundesrat, dem er bis zu seinem Tod
angehörte. Kurz vor seinem Ableben am 14. November 1924 söhnte sich
auch seine Alma Mater mit ihm aus und verlieh ihm eine Ordentliche
Professur für allgemeine Geschichte. Neben den seit 1987 vergebenen
Volksbildungspreisen erinnert heute auch der Ludo Moritz Hartmann-
Platz in Ottakring und der Ludo Moritz Hartmann-Hof in der Josefstadt
an das verdienstvolle Wirken des Politikers und Volkslehrers.
(Schluss)
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