Arbeitsmarktentwicklung: Tumpel verlangt Gegensteuern

Wien (OTS) - Im Jänner ist die Arbeitslosigkeit im Vergleichsmonat des Vorjahres gestiegen: rund 384.000 Arbeit Suchende (inkl. SchulungsteilnehmerInnen), das sind um über 5.500 oder 1,5 Prozent mehr als im Jänner 2011. AK Präsident Herbert Tumpel: "Es gibt bestimmte Gruppen, für die sich die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt besonders eintrüben. Es sind dies die Frauen, die jungen Erwachsenen, die Älteren und die Leiharbeiter. Auch wenn sich die Konjunktur abschwächt und eine Schuldenbremse eingezogen werden soll, darf das im Ergebnis nicht dazu führen, dass beim Arbeitsmarkt der Sparstift angesetzt wird. Der Arbeitsmarkt darf nicht kaputt gespart werden." Der AK Präsident verlangt ausreichende Mittel für die Arbeitsmarktpolitik, um die erforderlichen Maßnahmen für Ältere und die Rehabilitation von Arbeit Suchenden mit Gesundheitsproblemen finanzieren zu können. Außerdem verlangt Tumpel die Schaffung einer Laufbahnberatung va für Frauen durch das AMS und eine modulare Weiterbildung für Arbeit Suchende, die wiederholt von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Verbesserungen bei der Bildungskarenz, vor allem für Personen mit geringem Einkommen sollen bessere Chancen am Arbeitsmarkt bringen. Für die Frauen fordert Tumpel bereits Unterstützung bei der Berufswahl, auch die Forderung nach einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch den Ausbau ganztägiger Kinderbetreuung bleibt unverändert aufrecht.

Wie schon in den letzten Monaten sind auch wieder die Frauen von der Verschlechterung auf dem Arbeitsmarkt betroffen (plus 5 Prozent) und zwar in allen Altersgruppen.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Älteren ab 50 mehr (plus rund 7 Prozent) zeigt die Notwendigkeit der raschen Umsetzung der Sozialpartnervorschläge zum längeren Verbleib Älterer in der Beschäftigung. Dies sind vor allem kontinuierliche Weiterbildungsmaßnahmen und der Ausbau von Rehabilitationsmaßnahmen und gesundheitserhaltender Angebote. Speziell jene, die zwar arbeitsfähig sind, aber ihren bisherigen Beruf in absehbarer Zeit nicht mehr ausüben können, brauchen spezifische Angebote zur beruflichen Neuorientierung.

Noch ein Trend der letzten Monate setzt sich leider deutlich fort. Bei den betroffenen Branchen zeichnet sich die größte Steigerung bei den Arbeitskräfteüberlassern mit einem Anstieg von über 10 Prozent (Steigerung um rund 3.000 auf über 32.000) ab. In Zeiten schlechter Wirtschaftslage geben die Betriebe zuerst die Leiharbeiter an die Leiharbeitsfirmen zurück, bevor sie Stammpersonal kündigen. Allerdings ist es vermehrt Praxis der Überlasserfirmen, jeden Auftragsrückgang sofort an die Arbeitslosenversicherung auszulagern, um dort ihre Beschäftigten in auftragsärmeren Zeiten zwischenzuparken. "Ein solches Verhalten geht ausschließlich zu Lasten der Allgemeinheit", kritisiert Tumpel und fordert Maßnahmen, wie beispielhaft einen Zuschlag zum Arbeitslosenversicherungsbeitrag für jene Betriebe, die wie die Leiharbeitsbranche mit Hire and Fire-Methoden ihr Unternehmensrisiko der Öffentlichkeit aufhalsen, die Gewinne aber gerne selber einstreifen.

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