Internationale Insolvenzprognose 2012

Weltwirtschaftliche Entwicklung weiter unsicher, Österreichs Wirtschaftsdynamik stagniert.

Wien (OTS) - Die Weltwirtschaft steht zu Beginn des Jahres 2012 unter dem Eindruck der Staatschuldenkrise im Euro-Raum sowie dem massiven Vertrauensverlust von Finanz- und Kapitalmärkten.

2011 war schon nicht leicht. Die Weltwirtschaftskrise in 2008/09 und ihre in 2010 beginnende Erholung, der Arabische Frühling, das Erdbeben in Japan und die europäische Schuldenkrise - diese Ereignisse prägten unser letztes Jahr. Geblieben ist ein bitterer Geschmack am Ende des Jahres.

In den neuesten Studien prognostizieren Euler Hermes und Prisma einen Rückgang des weltweiten Wachstums von 3 Prozent in 2011 auf 2,7 Prozent in 2012. Überdurchschnittliches Wachstum findet allerdings in Asien, im Mittleren Osten sowie ausserhalb der OECD statt. Die Eurozone wird nur knapp nicht stagnieren. Das Wachstum wird 0,3 Prozent betragen. "Hand in Hand mit diesen Aussichten erwarten wir einen Wiederanstieg der internationalen Insolvenzen für 2012", bestätigt PRISMA Vorstand Bettina Selden.
Nach dem Rückgang von -3 Prozent in 2011 errechnet Euler Hermes für 2012 einen Zuwachs um +3 Prozent. In Europa dürfte die Anzahl sogar um markante 12 Prozent klettern, darunter Griechenland mit +26 Prozent, Spanien mit + 20 Prozent und Italien mit +15 Prozent.

Während die Zahl der Unternehmensinsolvenzen 2011 in Österreich ca. um 8 Prozent auf 5.680 zurückgegangen ist, zeichnet sich angesichts der nachlassenden Konjunktur ein Ende dieser positiven Entwicklung ab. Österreichs Insolvenzgeschehen wird auf dem Niveau von 2011 bleiben.

Deutschland

Auch Deutschland ist von den Abschwächungen der Weltwirtschaft, der Schuldenkrise in Europa und den gestiegenen Verunsicherungen nicht verschont. Das spiegelt sich unter anderem in den Firmeninsolvenzen wider. Waren es in 2011 noch -5 Prozent, so zeigt sich mit prognostizierten -1 Prozent ein abnehmender Trend 2012, der fast zum Stillstand kommt. Die Wachstumsaussichten für 2012 wird nur noch mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet, bevor es in 2013 wieder zu einer moderaten Erholung kommen könnte.

Sorgenkind Italien

Der südliche Nachbar ist Österreichs zweitwichtigster Handelspartner. Nach dem deutlichen Wachstumsrückgang von 2011 mit +0,5% gegenüber 2010 wird die italienische Wirtschaft 2012 voraussichtlich in eine Rezession schlittern. Die Inlandsnachfrage ist rückläufig, und in Anbetracht der jüngsten politischen Entwicklungen - Regierungswechsel und Beschluss eines umfangreicheren Sparprogramms - ist kurzfristig keine Verbesserung zu erwarten. Die Prognosen ergeben ein Minuswachstum von 0,2 Prozent. Sollte es parallel mit der Umsetzung der Budgetkonsolidierungsmaßnahmen im Lauf des Jahres 2012 wieder zu einer Erholung des Vertrauens kommt, ist für 2013 ein geringes Wachstum zu erwarten.

Ausgewählte Länder im Überblick (Nach Insolvenzanstieg 2012)

2011 2011 2012 2012 Griechenland 1.090 34,6% 1.370 25,7% Spanien 5.600 13,1% 6.700 19,6% Italien 12.310 8,0% 14.160 15,0% Portugal 4.650 16,9% 5.160 11,0% Belgien 10.150 6,0% 11.165 10,0% Irland 1.630 6,9% 1.790 9,8% Niederlande 7.000 -2,9% 7.550 7,9% Slowakei 800 -9,8% 850 6,3% Polen 575 -16,8% 610 6,1% Ungarn 18.000 1,7% 19.000 5,6% Finnland 3.540 4,1% 3.720 5,1% Dänemark 5.380 -16,7% 5.650 5,0% Schweden 7.000 -3,8% 7.300 4,3% Frankreich 62.100 -2,0% 64.400 3,7% Schweiz 6.840 9,4% 7.070 3,4% Norwegen 4.300 -3,0% 4.400 2,3% Tschechien 1.800 6,9% 1.840 2,2% Japan 12.800 -3,9% 12.900 0,8% Österreich 5.860 -8,1% 5.860 0,0% Deutschland 30.490 -4,7% 30.290 -0,7% Russland 14.410 -10,0% 14.120 -2,0% Kanada 3.710 -8,9% 3.610 -2,7% Großbritannien 30.900 6,1% 29.600 -4,2% China 3.050 -17,9% 2.900 -4,9% USA 49.440 -12,2% 45.920 -7,1% Griechenland, Spanien, Portugal Europas Süden führt wie schon in den vergangenen Jahren die Insolvenzstatistik des alten Kontinents an. Für Griechenland

prognostiziert Euler Hermes ein Plus von 25,7 Prozent, für Spanien +19,6 Prozent und für Portugal +11 Prozent. Traditionelle Wachstumsmotoren stehen still, die Absatzchancen verringern sich, die externe Wettbewerbsfähigkeit ist gering, der Zugang zu liquiden Mitteln aufgrund der Schwäche des Finanzsektors begrenzt.

USA, China, Großbritannien

Positives von der Pleitenfront ist nur in wenigen Ländern zu berichten. So rechnet man, dass im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die Insolvenzen um -7,1 Prozent zurückgehen, gefolgt von China (-4,9 Prozent) und Großbritannien (-4,2 Prozent).

Ausblick für Österreich

Die Experten gehen davon aus, dass Österreich 2012 mit einer Konjunkturdelle davonkommt, bevor 2013 eine Beschleunigung des Wachstums zu erwarten ist.
Der verhaltene private Konsum, die Umsetzung politischer Reformen und das Engagement der Banken in Osteuropa bleiben weiterhin auf der "watchlist".

PRISMA Kreditversicherungs-AG wurde 1989 gegründet. PRISMA ist zu 100 % Tochter der OeKB EH Beteiligungs- und Management AG. Die Oesterreichische Kontrollbank AG hält 51 % der Managementholding, 49 % hält die Euler Hermes Kreditversicherungs-AG, Hamburg. Die Euler Hermes Gruppe, mit Sitz in Paris, ist Weltmarktführer in der Kreditversicherung und gehört zum Allianz-Konzern. PRISMA ist Marktführer in Österreich.

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