VÖZ-Präsident Gasser: "Werbung ist unverzichtbares Instrument professioneller Kommunikation und wichtiger Treibstoff für Medien"

Gemeinsames Plädoyer von Medien- und Werbewirtschaft für Wichtigkeit öffentlicher Kommunikation

Wien (OTS) - Neue Chancen für die öffentliche Kommunikation durch das im Juli in Kraft tretende Medientransparenzgesetz standen im Mittelpunkt der gestrigen Veranstaltung des Verbandes Österreichischer Zeitungen (VÖZ) in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Werbung und Marktkommunikation in der Wirtschaftskammer Österreich. Hochkarätige Vertreter der Medien- und Werbewirtschaft hielten ein gemeinsames Plädoyer für die Wichtigkeit und Notwendigkeit öffentlicher Kommunikation und Kampagnen.

Qualität und Professionalität müssen bei der Vergabe von Werbekampagnen und Inseraten öffentlicher Institutionen im Vordergrundstehen. Besondere Bedeutung haben in diesem Zusammenhang die zu erlassenen Entwürfe, die von der Bundesregierung und den Landesregierungen in den kommenden Wochen beschlossen werden. Dabei wurde unter anderem ein "Kopfwerbe-Verbot" für Politiker diskutiert, das jedoch über das Ziel hinaus schießen würde: "Das Kopfwerbe-Verbot geht in dieser Absolutheit sehr weit. Die Abbildung von Amtsträgern kann durchaus auch Sachinformation sein. Zum Beispiel bei der Ankündigung von Bürgersprechstunden", so VÖZ-Präsident Hans Gasser. Sicher sei, dass der Ideenreichtum der Kreativwirtschaft bei der Gestaltungöffentlicher Aufträge mehr gefordert sein wird. Darüber hinaus betonte Gasser die Bedeutung der Werbewirtschaft: "Werbung ist ein unverzichtbares Instrument professioneller Kommunikation und wichtiger Treibstoff für die Medien"

Alois Schober (CEO von Young & Rubicam) bezeichnete das Auswahlverfahren und das mangelnde Verständnis der Auftraggeber als größte Probleme der kommerziellen öffentlichen Kommunikation:
"Manchmal habe ich den Eindruck, dass hier Schraubeneinkäufer mit dem Entwicklungslabor von McLaren Mercedes reden." Laut Schober benötigt jedes Ministerium und jede Organisation wie Kammern oder NGOs professionelle Brandings, Marketing und Kommunikation. "Die Webauftritte mancher Organisationen sind oft im Grenzbereich des Peinlichen. Auch die Social Media-Blamagen der letzten Vergangenheit sind nicht überraschend." Schober fordert einen professionellen Umgang mit öffentlichen Mitteln und eine Überarbeitung der Auswahlverfahren in Richtung Professionalität und Fairness: "Es gibt genügend gute Agenturen, die das bedienen können. Man muss uns nur lassen."

Rudi Kobza (CEO von LOWE GGK) attestierte der heimischen öffentlichen, kommerziellen Kommunikation bzw. dem Kampagnenbereich im internationalen Vergleich einen sehr geringen Anteil. "Im Vergleich mit Großbritannien wirbt Österreichs öffentlicher Bereich sehr verhalten." So beträgt der Anteil des öffentlichen Sektors am Gesamtwerbemarkt in Großbritannien mehr als fünf Prozent und in Österreich gerade einmal 2,95 Prozent. "Wenn wir erkennen, dass Meinungen und Verhalten zum Wohle des Einzelnen positiv verändert werden können, ist es die Aufgabe einer verantwortungsvollen Gesellschaft, öffentlich zu wichtigen Themen zu kommunizieren und Bewusstsein zu schaffen", so Kobza.

Hannes Böcker (Managing Director Creative von DDB Tribal) präsentierte eine Vielzahl von Best Practice Beispielen aus der ganzen Welt, unter anderem aus Berlin, Singapur, New York oder Paris. "Aus Wien konnte ich kein Beispiel mitnehmen. Denn was die öffentliche Kommunikation angeht, befinden wir uns hier noch im Dornröschenschlaf", appellierte Böcker an potentielle Auftraggeber, kommerzielle Kommunikationsmaßnahmen zu forcieren.

Mariusz Jan Demner (Geschäftsführender Gesellschafter von Demner, Merlicek & Bergmann) unterstrich abschließend das gemeinsame Plädoyer von Medien- und Werbewirtschaft: "Die Bundesregierung hat nicht nur das Recht, sondern die Pflicht, die Bevölkerung zu informieren. Es ist heute selbstverständlich, dass für die Verdichtung komplexer Inhalte die Hilfe der Werbung herangezogen wird. Die Politik muss Massen erreichen und bewegen, unter anderem auch mit Hilfe der Werbung in Massenmedien. Die Diskussion in welchen Medien geschaltet wird, überlagert ein wirkliches Problem: nämlich wofür das Geld ausgegeben wird. Viele Inserate von Regierungsstellen gleichen schlecht gestalteten Textwüsten im krampfhaften Versuch, pseudoredaktionelle Auftritte zu simulieren. Diese Geldverschwendung führt erst zur Diskussion über die Auswahl der Medien. Diesen Inseraten muss man die Wirkung absprechen. Daher stellt sich die Frage nach dem 'Warum' und 'Wo' der Schaltung. Die öffentliche Hand wäre gut beraten, für wichtige Kommunikationsanliegen mehr professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen."

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