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Seeber: Keine irreführende Werbung für Lebensmittel

Utl.: Umweltausschuss im EU-Parlament lehnt Werbung "15
Prozent weniger Zucker" ab =

Brüssel, 31. Jänner 2012 (OTS) Der Umweltausschuss
des Europäischen Parlaments hat sich heute gegen den
Vorschlag der Europäischen Kommission ausgesprochen, dass Lebensmittelhersteller zukünftig damit werben dürfen
sollen, dass ein Produkt beispielsweise "jetzt 15%
weniger Zucker/Fett/Salz" enthalte. "Das ist irreführend,
weil die Ersatzstoffe, die anstatt dessen verwendet
werden, genauso oder noch schädlicher sein können", so
der Umweltsprecher der Europäischen Volkspartei (EVP)
Richard Seeber. "Außerdem heißt '15% weniger' ja nicht,
dass ein Produkt wenig enthalte, sondern ist nur ein
Vergleich mit dem eigenen Vorgängerprodukt. Das ist für
den Verbraucher nicht nachvollziehbar. Die Kommission
scheint den Verbraucherschutz aus den Augen verloren zu
haben. Das Parlament wird das nicht zulassen", so Seeber.
Die Abgeordneten fordern die Europäische Kommission
deshalb auf, einen neuen, zur Gänze überarbeiteten
Vorschlag zu nährwertbezogenen Angaben auf Verpackungen
vorzulegen. ****

"Wir wollen verständliche, wahrheitsgemäße und nicht irreführende Informationen und Nährwertangaben auf Lebensmittelverpackungen", so Seeber. "Steht auf einer
Verpackung, dass zehn Prozent weniger Zucker in dem
Produkt enthalten ist, heißt das nicht, dass in dem
Lebensmittel weniger Kalorien sind. Der Zucker wird in
den häufigsten Fällen durch einen anderen Inhaltsstoff
ersetzt. Da aber genau wegen dem niedrigeren Zuckergehalt
das Produkt gekauft wurde, ist die von der Kommission
vorgeschlagene Lösung nicht akzeptabel", so der EVP-
Umweltsprecher weiter. "Das kann dazu führen, dass selbst
ein Schokoriegel, der unter allen Schokoriegeln im
Supermarkt den höchsten Zuckergehalt hat, die
Werbeaussage "Enthält jetzt 15% weniger Zucker" tragen
darf. Wo liegt da der Nutzen für Verbraucher?" kritisiert
Seeber.

Die EU-Kommission soll deshalb laut der Stellungnahme
des Umweltausschusses des Europaparlaments bei ihrem
neuen Vorschlag insbesondere auf spezifische Fälle wie
etwa die Zuckerangaben Rücksicht nehmen. "Es geht
maßgeblich um die Gesundheit der Europäerinnen und
Europäer. Sie kaufen gewisse Produkte um zum Beispiel
Übergewicht oder Diabetes vorzubeugen. Es ist unsere
Verantwortung, die richtigen Rahmenbedingungen zu
schaffen", so Seeber. "Damit der Kommissionsvorschlag
endgültig zu Fall gebracht werden kann, muss das Plenum
mit qualifizierter Mehrheit der Linie des
Umweltausschusses folgen. Dafür werde ich mich
einsetzen", so Seeber abschließend.

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Dr. Richard Seeber, MEP, Tel.: +32-2-284-5468
(richard.seeber@europarl.europa.eu)
Daniel Köster M.A., EVP-Pressedienst, Tel.: +32-487-
384784 (daniel.koster@europarl.europa.eu)

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