WKÖ-Lorentschitsch: "Handel in Österreich nach wie vor ein Job-Motor"

Konjunkturentwicklung im Einzelhandel 2011: Umsätze stabil (nominell +1,2 %, real - 1,7 %), 2,6 % mehr Beschäftigte - Aktuelle Erhebung der KMU Forschung Austria

Wien (OTS/PWK073) - "Der Handel in Österreich ist nach wie vor
ein Job-Motor", unterstrich Bettina Lorentschitsch, Obfrau der Bundessparte Handel der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), heute, Dienstag: Im Schnitt fanden im Einzelhandel in Österreich (exkl. geringfügig Beschäftigte) 2011 nämlich um 2,6 Prozent mehr Menschen Beschäftigung als 2010. Betrachtet man den stationären Einzelhandel, beträgt die Zunahme 2,9 Prozent. Bei geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen betrug der Zuwachs 2011 gar 4 Prozent. In absoluten Zahlen fanden damit im Jahr 2011 im Einzelhandel in ganz Österreich rund 320.000 Menschen Beschäftigung.

"Darum hat es höchste Priorität, dass dieser positive Beschäftigungseffekt der Handelsunternehmen ausgebaut wird. Die Bundessparte Handel macht sich daher mit Nachdruck für eine Lockerung starrer Arbeitszeitregelungen - Stichwort: Schwarz-weiß-Regelung -stark", so Lorentschitsch.

Umsatzmäßig konnte der österreichische Einzelhandel im abgelaufenen Jahr 2011 ein nominelles Plus in Höhe von 1,2 Prozent gegenüber 2010 erwirtschaften. Das entspricht real (d.h. unter Berücksichtigung des Preiseffekts) einem Minus von 1,7 Prozent als 2010. Absolut betrug der Umsatz im stationären Einzelhandel 2011 damit netto 51,2 Milliarden Euro. Der Weihnachtsumsatz 2011 betrug 1,57 Milliarden Euro (brutto), damit konnte im Weihnachtsgeschäft im Einzelhandel der Rekordumsatz des Jahres 2010 zwar erreicht, aber nicht übertroffen werden. All das geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor, deren Ergebnisse heute, Dienstag, von Handelsobfrau Lorentschitsch und Peter Voithofer, dem Direktor der KMU Forschung Austria, präsentiert wurden.

Diese Erhebung zeigt ebenfalls deutlich, dass auch 2011 die Preisveränderungen im Einzelhandel unter der Inflationsrate lagen:
Trotz der gestiegenen Inflation kam es im Einzelhandel mit Elektrogeräten, Computern und Fotoartikeln sogar zu Preisrückgängen (-2,1 Prozent). Erheblich unter der Inflationsrate blieben auch der Einzelhandel mit Spielwaren, Möbeln, Kosmetika und Bekleidung.

Trotz gedämpfter Konjunkturaussichten für 2012 durch Wirtschaftsforscher zeigt sich der heimische Einzelhandel optimistisch: "Wir gehen davon aus, dass auf Grund der erwarteten geringeren Inflation sowie deutlicher Lohnzuwächse der private Konsum auch heuer die Funktion eines Konjunkturstabilisators erfüllen wird. Damit aber das zarte Konjunkturpflänzchen in Österreich nicht zerstört wird, muss die Politik sehr sensibel agieren und anstatt neuer, zusätzlicher Belastungen durch Gebühren, Steuern und Abgaben sinnvolle Restrukturierungsmaßnahmen setzen", betonte Lorentschitsch. (JR)

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