BZÖ-Grosz: Den Missbrauch der Missbrauchsdebatte endlich unterbinden!

Betroffene Personen und Einrichtungen müssen sich gegen pauschale Verleumdungen aktiv zur Wehr setzen

Wien (OTS) - Im "Windschatten" der Missbrauchsdebatte in
Österreich werde "grausamstes Schindluder" getrieben, kritisierte heute der BZÖ-Menschenrechts- und Justizsprecher Abg. Gerald Grosz. "Jeder Missbrauchsfall im familiären Umfeld, in den öffentlichen Erziehungseinrichtungen des Staates, der Kinderheime der Stadt Wien oder der Jugend- und Erziehungsanstalten der Jugendvereine und einzelnen Religionsgemeinschaften gehört schonungslos aufgeklärt. Mit einer Abschaffung der Verjährungsfristen - welche von SPÖ, ÖVP und Grünen nach wie vor verhindert wird - müssen die verantwortlichen Täter auch strafrechtlich verfolgt werden können. Eine strafrechtliche Verfolgung klärt auch, ob behauptete Missbrauchsfälle überhaupt zutreffen. Was derzeit passiert, allen schadet und nicht passieren hätte dürfen, ist der derzeitige Missbrauch mit der Missbrauchsdebatte. Hier machen Trittbrettfahrer, Berufsintriganten und Abkassierer ein gutes Geschäft mit der berechtigten öffentlichen Erregung. Da kann es durchaus auch Fälle geben, die den Tatbestand der Erpressung und Nötigung erfüllen. Verleumdete Personen oder Einrichtungen müssen sich daher auch dagegen zur Wehr setzen, die Staatsanwaltschaft ist aufgefordert, aktiv zu werden. Hier liegt in einigen Fällen eine offenkundige Verleumdung vor, in anderen Fällen muss auch der Verhetzungsparagraph zur Anwendung kommen", so Grosz am Dienstag in einer Reaktion zu den Initiativen und Äußerungen der Plattform kirchlicher Gewalt, der damit in Verbindung stehenden Konfessionsfreien und der Initiative für ein Kirchenvolksbegehren. "Man erkenne teilweise die Absicht und wende sich mit Grauen ab", kommentiert Grosz vordergründige PR-Aktionen dieser Gemeinschaften.

Besonders betroffen zeigte sich Grosz beispielsweise über die Vorwürfe der Plattform kirchlicher Gewalt gegenüber Kardinal Christoph Schönborn und Bischof Egon Kapellari. "Hier wird ein Fall aus dem Jahr 1966 knapp 50 Jahre später plötzlich diskutiert und die beiden jetzigen Bischöfe als "Mitwisser" und somit als Mittäter medial großflächig dargestellt. Kapellari war zu dieser Zeit nachweislich Hochschulseelsorger in Graz und Schönborn in Deutschland. Beide haben sich dies Verleumdung und diese nachwirkende üble Nachrede nicht verdient. In der Manier der NS-Verbotstafeln für die sogenannten "deutschen Wälder" werden von einigen Verrückten sogar Verbotstafeln für Pilger und Kleriker in steirischen Wäldern aufgestellt. Mit dieser latenten Verhetzung muss Schluss sein", so Grosz.

Einmal mehr begründete der Justizsprecher seine Forderung nach einer sofortigen Abschaffung der Verjährungsfristen bei Kindesmissbrauch. "Viele Opfer durch Missbrauch im familiären Umfeld brauchen Jahre, um überhaupt über ihr Leid sprechen zu können. Viele missbrauchte Kinder sind über Jahre traumatisiert, ohne dass ihre Umgebung dies richtig deuten könnte. Diesen Opfern sind wir es schuldig, dass die an ihnen begangenen Verbrechen auch strafrechtlich verfolgt werden. Wir sind es auch jenen Personen und Einrichtungen, welche hier pauschal diffamiert werden schuldig, dass die Justiz mit ihren Möglichkeiten diese Fälle aufklärt", so Grosz abschließend.

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