Neues Volksblatt: "lechts und rinks" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 31. Jänner 2012

Linz (OTS) - manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum
(Ernst Jandl)

Es ist gut, dass man rechts und links nicht verwechseln kann. Die Demokratie lebt von unterschiedlichen Meinungen, Ansichten und Lösungsvorschlägen - mit einem Wort: von der Auswahl.
Gar nicht gut ist, was sich an den rechten und linken Rändern abspielt; und dass es Politiker gibt, die ein Problem haben, sich von den Umtrieben an den Rändern zu distanzieren.
Wenn FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache die Demonstrationen gegen den Burschenschafterball in Wien mit der Judenverfolgung durch die Nazis vergleicht, dann wird dem die Bezeichnung Verharmlosung nicht im Entferntesten gerecht. Manche meinen, das gehe bereits in Richtung Wiederbetätigung.
Der Sturm der Entrüstung ist verständlich. Und positiv ist, dass sich auch in der FPÖ nur wenige gefunden haben, die sich vor ihren geschmacklosen Parteichef stellen.
Dass die Kritik vor allem von links kommt, ist klar. Nicht zu verstehen ist aber, dass es in der langen Liste der linken Strache-Kritiker nicht einen gegeben hat, der auch nur ein vorsichtiges Wort der Kritik an den gewalttätigen Demonstranten gefunden hätte. Denn Gewalt ist abzulehnen, ob von lechts oder rinks!

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